1. Warum gibt es überhaupt scheinbare Widersprüche in der Bibel?
Die Bibel besteht aus 66 Büchern, geschrieben von etwa 40 Autoren über 1.500 Jahre hinweg. Unterschiedliche Perspektiven, Schwerpunkte und literarische Gattungen führen zu verschiedenen Darstellungen derselben Ereignisse – genau wie bei Zeugenaussagen heute.
2. Sind Kopierfehler ein Problem für die Glaubwürdigkeit?
Nein. Die Textüberlieferung des Neuen Testaments ist exzellent (über 5.800 griechische Handschriften). Wo Kopierfehler auftreten (meist Zahlen oder Namen), sind sie geringfügig und betreffen keine zentrale Lehre. Kein anderes antikes Werk ist so gut bezeugt.
3. Wie gehen wir mit unterschiedlichen Zahlenangaben um?
Oft handelt es sich um: a) verschiedene Zählmethoden, b) Rundungen, c) unterschiedliche Bezugspunkte, d) selten Kopierfehler. Archäologie und Textvergleiche klären meist die Ursache.
4. Widersprechen sich die Evangelien nicht ständig?
Nein, sie ergänzen sich. Jeder Evangelist schrieb für ein bestimmtes Publikum mit eigenen theologischen Akzenten. Matthäus (für Juden) betont Erfüllung von Prophetie, Lukas (für Griechen) historische Genauigkeit, etc.
5. Zeigen „Widersprüche“, dass die Bibel nicht von Gott inspiriert ist?
Im Gegenteil: Die unvereinheitlichten Details bezeugen die Integrität der Überlieferung. Ein Fälscher hätte alle Berichte harmonisiert. Die Vielfalt bei der Einheit der Botschaft stärkt die Glaubwürdigkeit.
6. Wie sollen Christen auf solche Fragen reagieren?
Mit Geduld, Wissen und Demut. Die meisten „Widersprüche“ lösen sich bei genauerem Textstudium und Berücksichtigung von Kontext, Sprache und Kultur auf. Wo Fragen bleiben, vertrauen wir auf Gottes Wahrheit (Johannes 7,17)
Diese Übersicht zeigt: Die Bibel besteht die Prüfung der Kritik. Ihre scheinbaren Widersprüche sind lösbar und bestätigen oft gerade ihre historische Zuverlässigkeit.
„Dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,17)
„Die Gabe der geistigen Kraft kommt von Gott, dem göttlichen Wesen, und wenn wir unseren Geist auf diese Wahrheit konzentrieren, kommen wir in Einklang mit dieser großen Kraft. Meine Mutter lehrte mich, alle Wahrheit in der Bibel zu suchen.“
„Neben der Bibel gehalten sind alle menschlichen Bücher, auch die besten, doch nur wie Planeten, die alle ihr Licht und ihren Glanz von der Sonne empfangen.“
„Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf all unsere Fragen ist und dass wir nur anhaltend und demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen.“
„Kein Buch der Welt hat so viele Kritiker gehabt und keines ist, wie die Bibel, allen ohne Ausnahme überlegen geblieben.“
„Wenn die Bibel nicht Gottes inspiriertes Wort ist, dann ist sie das größte Täuschungswerk aller Zeiten. Aber sie hat Millionen geheiligt und das kann keine Lüge.“
Frage: Was geschieht mit Adam, falls er von dem Baum der Erkenntnis isst?
Antwort:
Der geistliche Tod trat sofort ein, der physische später (1. Mose 2,17; 5,4-5)
Sterben bedeutete für Adam den augenblicklichen Verlust des Gottesbezugs, der später durch seinen körperlichen Tod veranschaulicht wurde.
Die Bibel kennt drei Definitionen des Todes:
den physischen Tod, der unser irdisches Leben beendet,
den geistlichen Tod und
den ewigen Tod in der Hölle.
Adam erlitt also sofort den geistlichen Tod und später auch den physischen Tod, denn auch diesen gab es vor seinem Sündenfall noch nicht.
Frage: Wie lange sollen die Menschen gemäß Genesis leben?
a) Gott beschränkt die Lebensspanne des Menschen auf 120 Jahre (1. Mose 6,3)
b) Doch viele Menschen lebten danach länger als 120 Jahre. Arpachschad lebte 438 Jahre, sein Sohn Salah 433 Jahre. Dessen Sohn wiederum lebte 464 Jahre lang usw. (1. Mose 11,12ff.)
Antwort:
Bezieht sich auf die Frist bis zur Sintflut, nicht auf die maximale Lebensdauer (1. Mose 6,3; 11,12ff)
Frage: Wie viele der reinen Tiere befahl Gott Noah, in die Arche mitzunehmen?
Antwort:
Gott ergänzt in 1. Mose 7,2 seine Anweisungen mit weiteren Details. Letztlich gingen alle Tiere paarweise in die Arche. In 1. Mose 7,8-9 wird nicht gesagt, dass nur von den reinen oder unreinen Tieren jeweils ein Paar in die Arche kam, sondern dass alle Tiere paarweise hineingingen, einschließlich der sieben Paare der reinen Tiere, die Noah später zum Opfern (8,20) und zur Speise (9,3) verwenden konnte.
Frage: Wem verkauften die Midianiter Josef nach Ägypten?
Antwort:
Die Brüder verkauften ihn an ismaelitische Händler (Midianiter), die ihn an Potifar weiterverkauften (1. Mose 37,28.36; 45,4) Die Ismaeliten verkauften Josef an Potiphar. Der scheinbare Widerspruch entsteht durch ein Missverständnis des hebräischen Textes – „sie“ bezieht sich nicht auf die Ismaeliten, sondern auf Josefs Brüder – sowie durch die damalige historische Einordnung
Frage: Wer brachte Josef nach Ägypten?
Antwort:
Josefs Brüder verkauften ihn an die Ismaeliten, die zum Stamm der Midianiter gehörten.
Ein Vergleich von 1. Mose 37,27 und 37,28 zeigt, dass Ismaeliten und Midianiter hier synonym verwendet werden. Praktisch gesehen verkauften seine Brüder ihn nach Ägypten, auch wenn sie selbst nicht dorthin reisten.
Frage: Wie viele Seelen des Hauses Jakob kamen nach Ägypten?
Antwort:
Beide Zahlen sind korrekt.
Stephanus nennt die Zahl nach der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta), die auf 4. Mose 26,29.35-36 basiert. Dort werden auch die später geborenen Enkel Josefs mitgezählt, was die Zahl auf 75 erhöht – ähnlich wie in 1. Mose 46,27 und 2. Mose 1,5. Der hebräische Text hingegen zählt nur die beiden Söhne Josefs und kommt daher auf 70 (hebr. Text) bzw. 75 (griech. Übersetzung) – beides korrekt je nach Zählweise (1. Mose 46,27; Apg 7,14)
Frage: Als die Israeliten in Sittim Hurerei mit den Töchtern Moabs trieben und Abgötterei begingen, bestrafte Gott sie mit einer Plage. Wie viele kamen dabei ums Leben?
Antwort:
24.000 in Schittim (4. Mose 25,9). 1. Korinther 10,8 bezieht sich auf das Sinai-Geschehen (2. Mose 32,28.35)
Die in 1. Korinther 10,8 genannte Zahl bezieht sich jedoch nicht auf das Geschehen in Sittim. Aus Vers 7 wird deutlich, dass Paulus hier auf das Ereignis am Sinai anspielt, bei dem gemäß 2. Mose 32,28 dreitausend Männer aus dem Stamm Levi mit dem Schwert getötet wurden, während der Rest durch eine Plage Gottes starb (2. Mose 32,35). Paulus nennt die Gesamtzahl der Toten mit 23.000.
Frage: Wasser in Blut verwandelt – wie konnten Magier dasselbe tun?
Die Bibel berichtet, dass die Magier Ägyptens die Wunder, die Moses und Aaron vollbrachten, mit ihren Zauberkünsten nachahmten. So geschah Folgendes:
Einige könnten daraus schließen, dass dies unmöglich sei, da ja kein Wasser mehr übrig gewesen wäre, das sie hätten verwandeln können
Antwort:
Nur Nilwasser wurde zu Blut; es gab noch andere Wasserquellen (2. Mose 7,20-24) Wer den Text genau liest, erkennt, dass dieses Problem auf einem Missverständnis beruht. 2. Mose 7,20 besagt ausdrücklich, dass das Nilwasser in Blut verwandelt wurde – nicht alles Wasser. Vers 24 ergänzt, dass die Ägypter in der Nähe des Nils weiterhin Trinkwasser finden konnten.
Frage: Hat Josua mit den Israeliten Jerusalem erobert?
Antwort:
In Josua 10 wird nicht berichtet, dass Josua die Stadt Jerusalem eroberte. Es wird lediglich erwähnt, dass er den König von Jerusalem, der sich mit anderen Städten verbündet hatte, in einer offenen Feldschlacht besiegte. Auch während der Zeit der Richter blieben viele Städte weiterhin unbesetzt (vgl. Ri 1,27-36)
Frage: Ändert Gott seine Meinung?
Bemerkenswert ist, dass alle drei Aussagen aus demselben Kapitel und Buch stammen. Darüber hinaus zeigt die Bibel an vielen anderen Stellen, dass Gott das Handeln der Menschen bedauert:
„Da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.“ (1. Mose 6,6)
„… denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.“ (1. Mose 6,7)
„Also gereute den Herrn das Übel, das er seinem Volk drohte zu tun.“ (2. Mose 32,14)
Und viele weitere Beispiele.
Antwort:
Nein, Gott ändert seine Meinung nicht. Gott bleibt in seinem Wesen konsequent; biblische Ausdrücke wie „es gereute ihn“ beschreiben sein Mitgefühl, nicht Planänderung (1. Samuel 15,10-11.29.35)
Gott wusste von Anfang an, dass Saul als König Israels scheitern würde. Dennoch erlaubte er ihm, König zu sein, und nutzte diese Situation, um seinen Willen zu erfüllen. An dieser Stelle bewährte sich Saul sogar. Gleichzeitig hatte Gott schon lange vorher deutlich gemacht, dass sein endgültiger König nicht aus dem Stamm Benjamin wie Saul, sondern aus dem Stamm Juda kommen würde (1. Mose 49,8–10)
Als es jedoch soweit war, tat es Gott leid um Saul. Das Wort „bereuen“ beschreibt hier vor allem ein Gefühl, ähnlich wie in 1. Mose 6,6 ausgedrückt. Gott freut sich nicht, sondern ist bekümmert, wenn ein Mensch oder die Menschheit versagt – selbst wenn er das Ergebnis von Anfang an kennt.
Frage: Wer tötete Goliat?
Antwort:
David tötete Goliat, während Elhanan dessen Bruder erschlug. Es ist gut möglich, dass ein Kopist in 2. Samuel 21,19 die Bezeichnung „Lahmi, den Bruder Goliats“ fälschlicherweise als „Goliat, den Bethlehemit“ gelesen hat – eine Verwechslung, die im Hebräischen leicht geschehen kann.
Frage: Wer war der Hohepriester, als David das Haus Gottes betrat und die Schaubrote aß?
Antwort:
Ahimelech (1. Samuel 21,1-7). Markus 2,26 nennt Abjatar, der damals bereits lebte und später Hohepriester wurde.
Ahimelech war zu dieser Zeit der amtierende Hohepriester, doch der spätere Hohepriester Abjatar lebte bereits. Deshalb fällt das Geschehen auch in seine Lebenszeit.
Markus möchte damit sagen: „Damals, als Abjatar der Hohepriester war.“ Er bezieht sich nicht auf dessen Amtszeit, sondern verwendet eine Ausdrucksweise ähnlich wie wir sagen: „Als David noch Hirt war“, obwohl David in dieser Zeit noch kein König war.
Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist, dass Markus meinte: „In dem Abschnitt über Abjatar, den Hohepriester.“ Die Juden kennzeichneten nämlich Schriftabschnitte oft durch die jeweils bekannteste dort genannte Person – in diesem Fall also Abjatar.
Frage: Wer tötete König Saul?
Antwort:
Saul nahm sich selbst das Leben (1. Samuel 31,4-5) Der Amalekiter dürfte Saul anschließend Stirnreif und Armspangen abgenommen haben, um damit eine Belohnung zu erlangen. Denn die Philister hatten Sauls Leichnam erst am nächsten Tag entdeckt (1. Samuel 31,8). Auf diese Weise versuchte der Amalekiter durch eine Lüge (2. Samuel 1,1-16), einen Vorteil für sich zu gewinnen – was jedoch schließlich sein eigenes Leben kostete.
Frage: Wann brachte David die Bundeslade nach Jerusalem – vor oder nach dem Sieg über die Philister?
Antwort:
Nach dem Sieg über die Philister, beim zweiten Versuch (1. Chronik 15 nach Kap. 14; 2. Samuel 5-6 fasst beide Versuche zusammen) Die erfolgreiche Überführung der Bundeslade fand nach dem Sieg über die Philister statt (1Chr 15).
David unternahm zwei Versuche, die Bundeslade nach Jerusalem zu bringen, wobei zwischen beiden drei Monate lagen (1. Samuel 6,11). In dieser Zwischenzeit – also nach dem ersten, gescheiterten Versuch – kam es zu den beiden Schlachten mit den Philistern. Samuel berichtet hier nicht streng chronologisch, sondern fasst beide Überführungsversuche in einem Kapitel zusammen.
Frage: Wie viele Reiter nahm David gefangen, als er den König von Zoba bei Hamat besiegte?
Antwort:
Salomo nahm 7.000 Reiter gefangen. (1. Chronik 18,4); 1.700 in 2. Samuel 8,4 ist Kopierfehler. Es handelt sich um einen Kopierfehler, der durch die versehentliche Weglassung eines Wortes entstanden ist. Die LXX, einige Texte aus dem Toten Meer und 1 Chr 18,4 geben die korrekte Zahl wieder.
Frage: Der vornehmste Held Davids, Joschobam², hob seinen Spieß auf und schlug wie viele Männer auf einmal?
Antwort:
Wahrscheinlich 800. Die Angabe von 300 scheint ein Kopierfehler zu sein, möglicherweise ausgelöst durch Vers 20 oder durch eine Verwechslung der althebräischen Zahlzeichen.
Frage: Wer spornte David zur Volkszählung an?
Antwort:
Gott erlaubte es Satan, David zu versuchen (2. Samuel 24,1; 1. Chronik 21,1)
Beide waren an dieser Glaubensprüfung beteiligt. Gott prüfte David, um ihm eine Lehre zu erteilen, und benutzte dazu den Satan, der seinerseits dem Volk Gottes so viel Schaden wie möglich zufügen wollte. Man kann es auch umgekehrt sagen: Obwohl Satan David verleitete, um ihm zu schaden, erlaubte Gott dem Satan, diese Provokation auszuführen, weil er David demütigen und ihm sowie seinem Volk eine geistliche Lektion erteilen wollte.
In seinen Jugendjahren hatte sich David völlig auf Gott verlassen. Doch in den späteren Jahren seines Königtums verließ er sich zunehmend auf materielle Mittel und begann, seine Stärke mehr an Zahlen und Reichtum zu messen. Das veranlasste Gott zum Handeln.
Im hebräischen Denken gilt übrigens: Was Gott zu tun erlaubt, das tut letztlich Gott. Ähnlich war es bei Hiob (siehe Kapitel 1–2 und Hiobs Klage) und auch bei unserem Herrn (Mt 4,1). Ebenso verhält es sich mit dem Leiden verfolgter Christen (vgl. 1Pt 4,19; 5,8–9)
Frage: Wie viele Kämpfer wurden in Israel gefunden?
Antwort:
In Israel gab es 1.100.000 Kämpfer. (inkl. stehendes Heer), 500.000 in Juda (inkl. Benjamin) (2. Samuel 24,9; 1. Chronik 21,5)
Die niedrigere Zahl bei Samuel schließt vermutlich nicht das stehende Heer von 288.000 Mann ein (1. Chronik 27,1–15) und möglicherweise auch nicht die 12.000 Reiter, die um Jerusalem stationiert waren (2. Chronik 1,14). Alternativ könnte die Zahl in Samuel einfach auf 300.000 gerundet worden sein.
Frage: Wie viele Kämpfer wurden in Juda gefunden?
Antwort:
In Juda gab es 500.000 Kämpfer.
1.Chronik 21,6 erwähnt, dass Joab die Zählung nicht vollständig durchgeführt hatte. Der Bericht in Samuel umfasst offenbar die bereits bekannte Zahl von 30.000 Männern aus Benjamin. Benjamin wurde auch nach der Reichsteilung weiterhin zu Juda gezählt.
Frage: Gott gibt David die Wahl zwischen drei Formen der Strafe. Eine davon ist, dass eine Hungersnot das Land für eine bestimmte Zeit heimsucht. Wie lange sollte diese dauern?
Antwort:
Gott drohte eine Hungersnot von drei Jahren an.
Möglicherweise liegt in 2. Samuel 24,13 ein Kopierfehler vor, denn der Text müsste wohl ursprünglich „drei Jahre … drei Monate … oder drei Tage …“ lauten.
Frage: Wie viele Wagenpferde hatte Salomo?
Antwort:
Salomo hatte 4000 Wagenpferde (2. Chronik 9,25); 40.000 in 1. Könige 5,6 ist Kopierfehler.
Frage: Wie viele Aufseher hatte Salomon für den Bau des Tempels berufen?
Antwort:
Salomo hatte insgesamt 3.850 Aufseher.
Zu den in 2Chr 2,1 genannten 3.600 müssen noch die 250 Männer aus 2Chr 8,10 hinzugerechnet werden. Das ergibt 3.850 Aufseher.
Zu den in 1Kö 5,30 genannten 3.300 kommen noch die 550 Männer aus 1Kö 9,23 hinzu, was ebenfalls 3.850 Aufseher ergibt.
Frage: Salomon baute eine Anlage. Wieviel Bat konnte sie aufnehmen?
a) 2000 (1. Könige 7,26)
b) über 3.000 (2. Chronik 4,5)
Antwort:
Der Wasserbehälter Salomos fasste 2000 Bat.
Die Zahl von 3.000 Bat in 2Chr 4,5 muss auf einen Kopierfehler zurückgehen.
Frage: Wer war die Mutter von König Abija?
a) Michaja, Tochter von Uriel von Gibea (2. Chronik 13,2)
b) Maacha, Tochter von Absalom (2. Chronik 11,20)
Allerdings hatte Absalom nur eine Tochter, Tamar (2. Samuel 14,27)
Antwort 25:
a) Solche Namensvariationen kommen in der Bibel häufig vor, z. B.: Ahasja = Joahas, Reguël = Jitro, Milkom = Moloch, Jechonja = Jojachin usw.
b) Genauso wie „Sohn“ oft auch „Enkel“ oder allgemein „Nachkomme“ bedeutet, kann „Tochter“ hier offenbar „Enkelin“ heißen (vgl. auch Vers 22). Wahrscheinlich war Maacha also die Tochter von Absaloms Tochter Tamar, die mit Uriel verheiratet war (2. Chronik 13,2)
Frage: In welchem Jahr der Regierungszeit des Königs Asas stirbt Baesa, König von Israel?
a) im 26. Jahr (1. Könige 15,33 – 16,8)
b) im 36. Jahr lebte er noch (2. Chronik 16,1)
Antwort:
Baesa stirbt im 26. Jahr der Herrschaft Asas.
Die Zahl in 2Chr 16 bezieht sich wahrscheinlich auf das Jahr des Reiches, über das Asa regierte, und dieses bestand seit der Reichsteilung bereits seit 36 Jahren.
Frage: Wie alt war Ahasja, als er König von Jerusalem wurde?
Antwort:
Ahasja war 22 Jahre alt, als er König wurde (2. Könige 8,26); 42 in 2. Chronik 22,2 ist Kopierfehler. Sein Vater Joram war bei Beginn seiner Herrschaft 32 Jahre alt und starb acht Jahre später im Alter von 40 Jahren (2. Könige 8,17). Daraus folgt, dass sein Sohn nicht 42 Jahre alt gewesen sein kann, als er den Thron bestieg.
Der Fehler in 2. Chronik 22,2 ist vermutlich ein einfacher Kopierfehler, der leicht entstehen konnte, da sich zwei hebräische Buchstaben nur durch einen Strich unterscheiden.
Frage: Wer war der Vater von Usia?
Antwort:
Usias Vater hieß Amazja. Joram war einer seiner Vorfahren.
Matthäus liefert nur eine selektive Chronologie, daher sind nicht alle Namen aufgeführt. Der Vater-Sohn-Begriff kann in der Bibel oft mehrere Generationen überspannen.
Genauso wie „Sohn“ oft auch „Enkel“ oder allgemein „Nachkomme“ bedeutet, kann „Tochter“ hier offenbar „Enkelin“ heißen (2. Chronik 11,22) Wahrscheinlich war Maacha also die Tochter von Absaloms Tochter Tamar, die mit Uriel verheiratet war (2. Chronik 13,2)
Frage: Wer war der Vater von Jechonja (Jojachin)?
Antwort:
Der Vater von Jechonja war Jojakim (1. Chronik 3,16), und sein Großvater war Josia, wie auch Matthäus 1,11 bestätigt.
Frage: Erbt Jesus den Thron Davids trotz Fluch über Jojakim?
Antwort:
Ja, die Aussage des Engels ist korrekt.
Der zweite Teil der Frage enthält zwei Fehler:
Jojakim wurde nicht von Gott verflucht.
Es gibt keine Bibelstelle, die besagt, dass keiner seiner Nachkommen den Thron Davids erben würde.
Richtig ist: Gott kündigte Jojakim an, dass keiner seiner Söhne die davidische Dynastie fortführen würde – eine Vorhersage, die sich auch erfüllte. Tatsächlich wurde Jojakims Sohn nur drei Monate nach dem Tod seines Vaters von den Babyloniern abgesetzt (2. Chronik 36,9-10), und keiner seiner Nachkommen war jemals wieder König von Juda.
Ausgenommen davon ist der Messias Jesus, der rechtlich als Sohn Davids gilt und die Königsherrschaft Davids in Jerusalem fortführen wird, wenn er in Macht und Herrlichkeit wiederkommt. Bereits bei seinem ersten Kommen erfüllte er jedoch die Weissagung des Amos:
„Danach will ich zurückkehren, sagt der Herr, und die zerfallene Hütte (= das Königtum) Davids wieder aufbauen. Aus ihren Trümmern werde ich sie wieder errichten, damit auch die übrigen Menschen nach mir fragen, die Menschen aller Völker, die ich zu meinem Eigentum erklärt habe. Ich, der Herr, werde tun, was ich von jeher angekündigt habe.“
(Apostelgeschichte 15,16-18)
Frage: Wie alt war Jojachin, als er König von Jerusalem wurde?
Antwort:
Jojachin war 18 Jahre alt (2. Könige 24,8)
Die Septuaginta sowie einige hebräische Handschriften geben hier „achtzehn“ statt „acht“ an, wie es im masoretischen Text steht. Auch neuere Übersetzungen orientieren sich an dieser Lesart.
Frage: Wie lange regierte Jojachin in Jerusalem?
Antwort:
Die Angabe in 2. Chronik 36,9 („drei Monate und zehn Tage“) wird von vielen Auslegern als Abschreib- bzw. Überlieferungsvariante verstanden und stellt inhaltlich keine abweichende Regierungsdauer dar, sondern eine genauere oder sekundäre Angabe. In Wirklichkeit regierte Jojachin rund drei Monate.
Die Septuaginta sowie einige hebräische Handschriften übernehmen die Angabe aus 2. Könige 24,8. Entsprechend geben auch zahlreiche neuere Bibelübersetzungen die Regierungszeit Jojachins mit drei Monaten wieder, wie es auch im masoretischen Text überliefert ist.
Frage: Wie viele israelitische Kinder aus dem Stamm Moab wurden aus der babylonischen Gefangenschaft befreit?
Antwort:
Esra erstellte seine Liste in Babylon und verzeichnete alle, die sich zur Rückkehr nach Israel bereit erklärten. Die Liste Nehemias hingegen entstand mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Rückkehrer in Israel. Sie nennt die Familien, die tatsächlich im Land ankamen und dort dauerhaft blieben. So lassen sich die kleinen Unterschiede in den Zahlen leicht erklären.
Frage: Wie viele Kinder hatte Sattu?
Antwort:
Esra stellte seine Liste in Babylon zusammen und verzeichnete alle, die sich bereit erklärten, in ihre Heimat zurückzukehren. Die Liste Nehemias entstand hingegen mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Siedler in Israel und erfasst die Familien, die tatsächlich im Land ankamen und dort blieben. So lassen sich die Unterschiede zwischen den beiden Listen leicht nachvollziehen.
Frage: Wie viele Kinder hatte Asgad?
Antwort:
Esra erstellte seine Liste in Babylon und verzeichnete alle, die sich zur Rückkehr nach Israel bereit erklärten. Die Liste Nehemias hingegen entstand mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Rückkehrer in Israel. Sie nennt die Familien, die tatsächlich im Land ankamen und dort dauerhaft blieben. So lassen sich die kleinen Unterschiede in den Zahlen leicht erklären.
Frage: Wie viele Kinder hatte Adin?
Antwort:
Esra stellte seine Liste in Babylon auf und trug alle ein, die sich zur Rückwanderung bereit erklärten. Die Liste Nehemias wurde mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Siedler in Israel erstellt und führt die Familien auf, die tatsächlich im Land ankamen und dort blieben. So erklären sich die Differenzen leicht.
Frage: Wie viele Kinder hatte Haschum?
Antwort:
Esra erstellte seine Liste in Babylon und verzeichnete alle, die sich zur Rückkehr bereit erklärten. Die Liste Nehemias hingegen entstand mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Siedler in Israel und führt die Familien auf, die tatsächlich im Land ankamen und dort blieben. So lassen sich die Unterschiede zwischen beiden Listen leicht nachvollziehen.
Frage: Wie viele Kinder hatten Bethel und Ai?
Antwort:
Esra stellte seine Liste in Babylon auf und trug alle ein, die sich zur Rückwanderung bereit erklärten. Die Liste Nehemias wurde mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Siedler in Israel erstellt und führt die Familien auf, die tatsächlich im Land ankamen und dort blieben. So erklären sich die Differenzen leicht.
Frage: In Esra 2,64 und Nehemia 7,66 wird die Mitgliederzahl der Gemeinde mit 42.360 angegeben. Tatsächlich erreichen jedoch beide Bücher diesen Wert nicht, und die Zählungen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen:
Antwort:
Offenbar wurden nur die Nachkommen aus den Stämmen Juda und Benjamin aufgezählt. Die Differenzsumme betrifft Menschen aus den anderen Stämmen, von denen nur einzelne zu Juda übergelaufen waren (vgl. 2Chr 15,9; 31,6)
Frage: Wie viele Sänger begleiteten die Gemeinde?
Antwort:
Esra stellte seine Liste in Babylon zusammen und trug alle Personen ein, die sich zur Rückkehr bereit erklärten. Die Liste Nehemias wurde mehr als 90 Jahre nach der ersten Ankunft der Siedler in Israel erstellt und enthält die Familien, die tatsächlich im Land ankamen und dort blieben. Auf diese Weise lassen sich die Unterschiede leicht erklären.
Frage: War das Leben des neugeborenen Jesus in Jerusalem gefährdet?
Antwort:
Ja, das Leben des neugeborenen Jesus war gefährdet. Deshalb flohen Josef und Maria mit dem Jesuskind nach Ägypten (Matthäus 2,13–23). Diese Flucht geschah jedoch nicht unmittelbar nach der Geburt oder Beschneidung Jesu. Bis dahin lebte die Familie offenbar unbehelligt in Bethlehem. Erst nachdem die Sterndeuter Herodes über den ungefähren Zeitpunkt der Geburt des Messias informiert hatten, ließ dieser alle Knaben bis zu zwei Jahren töten (Matthäus 2,16). Daraufhin erfolgte die Flucht nach Ägypten.
Nach dem Tod des Herodes kehrte die Familie zurück und ließ sich schließlich in Nazaret in Galiläa nieder. Dieses Geschehen wird im Lukasevangelium nicht erwähnt; Lukas überspringt diesen Abschnitt vollständig.
Hier zeigt sich ein grundlegendes Prinzip beim Lesen der Evangelien: Das Schweigen eines Evangelisten bedeutet keinen Widerspruch zu einem anderen. Jede der Evangelien hat eigene Schwerpunkte und wählt aus der Vielzahl historischer Ereignisse bewusst bestimmte Begebenheiten aus. Erst wenn man alle Zeugnisse zusammennimmt, lässt sich ein umfassenderer und chronologischer Ablauf rekonstruieren. Die Berichte ergänzen sich, statt einander zu widersprechen.
So beschreibt Matthäus die Bedrohung durch Herodes und die Flucht nach Ägypten, während Lukas den Fokus auf die Erfüllung jüdischer Gebräuche legt, etwa die Beschneidung Jesu und die Darstellung im Tempel, und anschließend direkt nach Galiläa überleitet (Lukas 2,21–40). Beide Darstellungen schließen sich nicht aus, sondern beleuchten unterschiedliche Aspekte desselben Geschehens.
Frage: Wer war der Vater von Josef, dem Ehemann Marias?
Antwort:
Der Vater Josefs hieß Jakob. Eli war offenbar sein Schwiegervater.
In Lukas 3 findet sich offensichtlich das Geschlechtsregister Marias, der Mutter des Herrn. Der Bericht über die Empfängnis Marias in Lukas 1,26–38 sowie die Formulierung in Lukas 3,23: „Jesus war …, wie man meinte, ein Sohn Josefs“, machen deutlich, dass Lukas nicht der Linie Josefs folgte, sondern der Marias. Nur von Maria konnte Jesus biologisch abstammen.
Frage: Von welchem Sohn Davids stammt Jesus?
Antwort:
Jesus stammt biologisch (über Maria) von Nathan, einem Sohn Davids, ab. Rechtlich (über seinen Pflegevater Josef) geht seine Abstammung auf Salomo zurück (vgl. Matthäus 1,6; Lukas 3,31)
Josefs Vater hieß Jakob (Matthäus 1,16). Eli war offenbar Josefs Schwiegervater. In Lukas 3 wird demnach nicht das Geschlechtsregister Josefs, sondern das von Maria, der Mutter Jesu, wiedergegeben. Darauf weisen sowohl der Bericht über die Empfängnis Marias in Lukas 1,26–38 als auch die Formulierung in Lukas 3,23 hin: „Jesus war …, wie man meinte, ein Sohn Josefs.“
Da Jesus nicht durch Josef gezeugt wurde, konnte er biologisch nur von Maria abstammen. Somit führt die Linie in Lukas über Maria zurück zu Nathan, während Matthäus die rechtliche Königslinie über Josef und Salomo darstellt.
Frage: Wer war Vater Schealtiels?
Antwort:
Josefs Vater hieß Jakob (Matthäus 1,16). Eli war offenbar sein Schwiegervater. In Lukas 3 wird daher nicht das Geschlechtsregister Josefs wiedergegeben, sondern das von Maria, der Mutter Jesu. Darauf weisen sowohl der Bericht über die Empfängnis Marias in Lukas 1,26–38 als auch die Formulierung in Lukas 3,23 hin:
„Jesus war …, wie man meinte, ein Sohn Josefs.“
Da Jesus nicht durch Josef gezeugt wurde, konnte er biologisch nur von Maria abstammen. Somit führt die Linie bei Lukas über Nathan, einen Sohn Davids, zurück (Lukas 3,31), während Matthäus die rechtliche Königslinie über Josef und Salomo darstellt (Matthäus 1,6)
Jesus stammt also biologisch (über Maria) von Nathan und rechtlich (über Josef) von Salomo ab.
Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die unterschiedliche Angabe zum Vater von Schealtiel:
In Matthäus 1,12 wird Jojachin als Vater genannt, in Lukas 3,27 hingegen Neri. Es handelt sich dabei offenbar um zwei verschiedene Personen mit dem Namen Schealtiel, deren Söhne beide Serubbabel hießen (vgl. Antwort 27 und 28).
Solche Namensgleichheiten sind in der Bibel keineswegs ungewöhnlich. Eine interessante Parallele findet sich bei den Königen von Juda und Israel, die beide ihre Söhne Joram und Ahasja nannten (2. Könige 1,17; 8,16.25). Auch in der ägyptischen Geschichte begegnet dieses Phänomen mehrfach: Sowohl in der 12. als auch in der 18. Dynastie trugen Väter und Söhne wiederholt dieselben Königsnamen, etwa Amenemhet/Sesostris bzw. Amenophis/Tutmosis.
Diese Parallelen zeigen, dass gleichlautende Namen in unterschiedlichen Linien oder Generationen kein Widerspruch, sondern ein historisch gut belegtes Phänomen sind.
Frage: Welcher Sohn Serubbabels war ein Vorfahr von Jesus?
In 1. Chronik 3,19-20 werden weder Abihud noch Resa genannt. Dort sind die sieben Söhne Serubbabels aufgelistet: Meshullam, Hananja, Hasuba, Ohel, Berechja, Hasadja und Jusabhesed.
Antwort:
Resa war ein Vorfahr von Jesus (über Maria). Abihud ist entweder ein Zweitname eines der Söhne Serubbabels oder ein Sohn, der in 1. Chronik 3 nicht erwähnt wird. Josefs Vater hieß Jakob, Eli war offenbar sein Schwiegervater. In Lukas 3 handelt es sich offenbar um das Geschlechtsregister von Maria, der Mutter des Herrn. Der Bericht über die Empfängnis Marias (Lukas 1,26-38) und die Formulierung in Lukas 3,23 („Jesus war … wie man meinte, ein Sohn Josefs“) zeigen, dass Lukas nicht die Linie Josefs, sondern die Marias darstellt. Nur durch Maria konnte Jesus biologisch abstammen. Somit ergibt sich, dass Resa über Maria in Jesu Ahnenreihe eingeordnet ist.
Frage: Wie viele Generationen gab es zwischen dem babylonischen Exil und Christus?
Antwort:
Beides ist richtig.
Jechonja erscheint in beiden Listen, weil er sowohl vor als auch nach dem babylonischen Exil lebte. Auf diese Weise werden exakt 14 Generationen vor und 14 Generationen nach dem Exil aufgeführt. Es heißt jedoch nicht, dass es 14 Generationen vor und nach Jechonja waren (Mt 1,17)
Frage: Wer war der Vater von Schelach?
Antwort:
Der Vater von Schelach war Arpachschad.
Dies wird auch in 1. Mose 10,24 und 1. Chronik 1,24 bestätigt. Es existieren zudem bedeutende Handschriften des Lukas-Evangeliums, die Arpachschad als Vater Schelachs nennen, ohne Kainan als Zwischenglied zu erwähnen. Es ist daher möglich, dass der Name Kainan durch einen Versuch eines Abschreibers, die Genealogie mit der damals gängigen griechischen Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta, LXX) zu harmonisieren, in einige alte Kopien eingefügt wurde. Die LXX führt in 1. Mose 10,24 und 11,12 zusätzlich Kainan auf.
Frage: Erkennt Johannes der Täufer Jesus, bevor er ihn tauft?
Antwort:
Johannes kannte Jesus natürlich, da sie verwandt waren. Allerdings zeigt Johannes 1,32-33, dass Johannes der Täufer vor der Taufe noch nicht wusste, dass Jesus der Messias ist.
Frage: Erkennt Johannes der Täufer Jesus, nachdem er ihn getauft hat?
Antwort:
Ja, nach der Taufe erkennt Johannes Jesus. Matthäus 11,2-3 verdeutlicht lediglich, dass Johannes weiterhin zweifelte, ob der Jesus, den er kannte, tatsächlich der Messias ist. Dies hing auch damit zusammen, dass Johannes inzwischen im Gefängnis war.
Frage 35. War Johannes der Täufer der von den Schriftgelehrten erwähnte Elija, der kommen müsse?
Antwort:
Johannes der Täufer erfüllte den Auftrag des Elija-Geistes, doch der angekündigte Elija wird noch persönlich kommen.
Johannes sollte die Ankunft des Messias vorbereiten – und zwar im Geist und in der Kraft des Elija (Lukas 1,17). Da das Volk Jesus jedoch als Messias ablehnte, wird er ein zweites Mal in Macht und Herrlichkeit erscheinen. Dann wird der eigentliche Elija als Person wiederkommen, wie Jesus in Matthäus 17,11 deutlich machte.
Johannes der Täufer ist daher lediglich eine Vorerfüllung der Prophezeiung aus Maleachi 3,23-24 – ein typisches Muster bei prophetischen Worten, die oft zunächst symbolisch oder im Voraus erfüllt werden.
Frage: Wo war Jesus drei Tage nach seiner Taufe?
Antwort:
Nach seiner Taufe war Jesus zunächst in der Wüste (Markus 1,12-13)
Dies widerspricht nicht dem Evangelium nach Johannes, denn Johannes 1,19‑28 zeigt, dass Johannes der Täufer die Taufe Jesu bereits als etwas Vergangenes betrachtet Johannes 1,35ff.
Frage: Wie erkannte Simon, genannt Petrus, dass Jesus der Christus ist?
Antwort:
Zunächst hörte Petrus von seinem Bruder Andreas, dass Jesus der Messias sei (Johannes 1,40-41) Die tiefe Überzeugung jedoch wurde ihm durch eine Offenbarung von Gott geschenkt (Matthäus 16,17) Ihre erste Begegnung fand im März 28 n.Chr. in der Nähe des Jordans statt. Die entscheidende Frage, für wen die Jünger Jesus hielten, stellte Jesus im Sommer 29 n. Chr. in Cäsarea Philippi.
Frage: Wo traf Jesus Simon, genannt Petrus, und Andreas zum ersten Mal?
Antwort:
Jesus begegnete den beiden Brüdern erstmals in der Nähe des Jordans (Johannes 1,42-43) Später, am See von Galiläa, berief er sie zum Dienst als Jünger. Es wird nicht berichtet, dass Petrus und Andreas direkt mit Jesus nach Galiläa zogen; sie trafen ihn dort erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder (Matthäus 4,18-22)
Frage: Jesus heilte den Knecht eines Hauptmanns. Kam der Hauptmann selbst, um darum zu bitten?
Antwort:
Der Hauptmann bat Jesus durch die Ältesten.
Wenn eine Geschichte in Kurzform erzählt wird, wie es Matthäus tut, konzentriert man sich auf das Wesentliche. In der damaligen Zeit stand der Bote stellvertretend für denjenigen, der ihn gesandt hatte. Ein gutes Beispiel dafür findet sich in Johannes 4,1-2: Dort wird berichtet, dass Jesus taufte, obwohl er es nicht selbst tat, sondern seine Jünger – was ausdrücklich erwähnt wird.
Lukas hingegen legt in seinem Evangelium besonderen Wert darauf, die Glaubwürdigkeit der Jesus-Geschichte auch für Nichtjuden zu betonen. Daher nennt er zusätzliche Details (Lukas 7,3-6), die für ein jüdisches Publikum in Israel weniger relevant gewesen wären. (Matthäus 8,5) berichtet verkürzt.
Frage: Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen und forderte ihn auf, ihm zu folgen. Wie hieß dieser Apostel?
Antwort:
Dieser Apostel hieß ursprünglich Levi, Sohn des Alphäus, und wurde später Matthäus genannt (Matthäus 9,9; Markus 2,14) Solche Namensänderungen kommen im Neuen Testament häufig vor. Ein bekanntes Beispiel ist Saulus, der später Paulus genannt wurde. Ähnlich verhielt es sich bei Thaddäus: Sein Rufname war Thaddäus, sein voller Name Judas, Sohn des Jakobus. Er wurde „Thaddäus, der Geliebte“ genannt, um ihn von Judas, dem Verräter, zu unterscheiden. Solche Namenszusätze oder Änderungen waren damals üblich: Thomas wurde Didymus (Zwilling) genannt, Kephas zu Petrus und viele andere Apostel erhielten ebenfalls zusätzliche Namen oder Bezeichnungen.
Frage: Durften die Jünger Jesu einen Stab bei sich tragen, wenn sie unterwegs waren?
Antwort:
Ja, sofern sie bereits einen Stab besaßen.
Matthäus und Lukas betonen jedoch ausdrücklich, dass sich die Jünger keine zusätzlichen Vorräte besorgen sollten (Markus 6,8; Matthäus 10,9-10)
Frage: Hat Jesus etwas im Verborgenen geredet?
Antwort:
Nein, Jesus hat seine Lehre öffentlich verkündet (Johannes 18,20; Matthäus 13,10-11) Dass er seinen Jüngern einzelne Gleichnisse auf ihre Fragen hin erklärte, ist kein Hinweis auf Geheimlehren. Vielmehr zeigt es, dass viele seiner Zuhörer Gottes Gericht erfuhren, weil sie Jesus als den Messias ablehnten (Mt 13,14-17) und deshalb die Gleichnisse nicht verstehen konnten.
Frage: Glaubte Herodes, dass Jesus der wieder auferstandene Johannes der Täufer war?
Antwort:
Ja, Herodes dachte das (Matthäus 14,2; Markus 6,16)
Lukas widerspricht dem nicht, sondern schildert lediglich Herodes’ Zweifel Lukas 9,9. Die Berichte der drei Evangelien ergänzen sich in etwa wie folgt:
König Herodes Antipas, der Fürst von Galiläa, hörte bald darauf von den Taten Jesu, denn überall sprach man über ihn. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Manche sagten: „Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden, deshalb vollbringt er solche Wunder.“ Andere meinten: „Elija ist wieder erschienen.“ Wieder andere vermuteten: „Einer der früheren Propheten ist zurückgekehrt.“
Herodes dachte bei sich: „Johannes habe ich enthaupten lassen. Wer ist also dieser, von dem ich solche Dinge höre?“ Schließlich sagte er: „Das muss Johannes sein, den ich enthaupten ließ. Er ist von den Toten auferstanden, deshalb wirken solche Kräfte durch ihn.“ Und er wollte ihn unbedingt sehen.
Frage: Wie reagierten die Jünger, als Jesus über das Wasser ging?
Antwort:
Die Jünger waren voller Entsetzen und Staunen. Sie fielen vor Jesus nieder und bekannten: „Du bist wirklich Gottes Sohn.“
Beide Berichte ergänzen sich inhaltlich und geistlich auf eindrucksvolle Weise.
Frage: Was sagt Jesus über sein Zeugnis gemäß dem Johannesevangelium?
Antwort:
Jesus’ Aussagen über sich selbst waren immer wahr.
Im ersten Fall geht es um das Zeugnisrecht in Israel: „Wenn ich als Zeuge für mich selbst auftreten würde, wäre mein Zeugnis nicht glaubwürdig.“ Im zweiten Fall hingegen betont Jesus seine himmlische Herkunft und stellt klar, dass er stets die Wahrheit sagt – selbst dann, wenn er über sich selbst aussagt (Johannes 5,31; 8,14)
Frage: Mit wie vielen Tieren ritt Jesus ein nach Jerusalem?
Antwort:
Jesus ritt auf einem einzigen Tier in die Stadt Jerusalem, nämlich auf einem Fohlen.
So schildern es alle drei Evangelien. Markus betont in Markus 11,2, dass auf diesem Fohlen noch nie jemand geritten war. Matthäus ergänzt als Augenzeuge, dass die Jünger auch das Muttertier mitbrachten Matthäus 21,7. Andernfalls wäre es kaum möglich gewesen, ein noch nicht zugerittenes Fohlen überhaupt mitzuführen oder zu reiten. Außerdem berichtet Matthäus, dass die Jünger ihre Kleider auf beide Tiere legten.
Matthäus weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass dieses Ereignis die Erfüllung der Weissagung aus Sacharja 9,9 darstellt, und präzisiert, dass es sich um ein männliches Fohlen handelte. Die Evangelien machen jedoch keine Aussage darüber, mit wie vielen Tieren Jesus in die Stadt ritt, wie die Frage nahelegt, sondern eindeutig darüber, auf welchem Tier er ritt. Ein Widerspruch zwischen den Berichten besteht daher nicht.
Frage: Hat Jesus den Tempel am selben Tag gereinigt, an dem er in Jerusalem einzog?
Antwort:
Jesus reinigte den Tempel am folgenden Tag.
Matthäus berichtet den Vorgang zusammenfassend und lässt einige zeitliche Details weg, da er die Begebenheit möglichst prägnant darstellen möchte Matthäus 21,12. Markus (und auch Lukas) hingegen schildern die Ereignisse ausführlicher. Besonders im Markusevangelium wird deutlich, dass Markus großen Wert auf Einzelheiten legt Markus 11,11-17
Frage: Die Evangelien berichten, dass Jesus einen Feigenbaum verfluchte. Verwelkte er sofort?
Antwort:
Der Feigenbaum verwelkte sofort.
Als die Jünger jedoch am nächsten Tag wieder an dem Baum vorbeikamen, war er bis zu den Wurzeln verdorrt. Matthäus berichtet dieses Ereignis in komprimierter Form. Er fasst die Begebenheit zusammen und lässt einzelne Zwischenschritte weg, um die gesamte Geschichte möglichst prägnant darzustellen Matthäus 21,19. Markus hingegen schildern die Einzelheiten ausführlicher. Besonders Markus zeigt in seinem gesamten Evangelium, dass er ein ausgeprägtes Auge für Details hat Markus 11,20
Frage: War Jesus nicht allwissend? – Wusste Jesus den Tag oder die Stunde seiner Wiederkunft?
Gegner der Gottheit Christi zitieren häufig diese Verse, um zu behaupten, Jesus habe seine Allwissenheit geleugnet und sei somit nicht Gott.
Als Jesus diese Worte an seine Jünger richtete, wusste er demnach weder das Datum noch die Uhrzeit seines Kommens. Obwohl er bei seiner Menschwerdung vollständig Gott war (vgl. Joh 1,1.14), verzichtete er freiwillig auf die Ausübung bestimmter göttlicher Eigenschaften (vgl. Phil 2,5-11). Er zeigte diese Eigenschaften nur, wenn es dem Willen des Vaters entsprach (vgl. Joh 4,34; 5,30; 6,38).
Zahlreiche Stellen im Evangelium belegen seine Allwissenheit (vgl. Joh 2,25; 3,13), doch während seines Menschseins begrenzte er dieses Wissen auf das, was der Vater ihm offenbarte (vgl. Joh 15,15). So verhielt es sich auch mit dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft. Nach seiner Auferstehung nahm Jesus wieder sein vollständiges göttliches Wissen an (vgl. Mt 28,18; Apg 1,7)
Auslegung 1:
Dieses „Nicht-Wissen“ kann in einem bestimmten Sinn verstanden werden: Es ist nicht Jesus’ Aufgabe, den Zeitpunkt bekannt zu geben. Paulus verwendet im 1. Korintherbrief dasselbe griechische Wort, um auszudrücken, dass er sich selbst verbietet, etwas zu wissen:
1. Korinther 2,2:
„Denn ich entschloss mich, unter euch nichts zu wissen als nur Jesus Christus und ihn als gekreuzigt.“
Da die Wiederkunft des Sohnes eng mit der Abholung seiner Braut, der Gemeinde, und der Einleitung der Hochzeit des Lammes zusammenhängt (vgl. Offb 19,7), „weiß“ der Sohn den Zeitpunkt nur insofern nicht, dass nur der Vater ihn offenbaren darf. Nach jüdischem Brauch liegt diese Ehre beim Vater: Die Verlobung dauerte eine gewisse Zeit, und Braut und Bräutigam lebten getrennt, bis der Vater bestimmte, wann die Braut in sein Haus geholt wird.
Dies spiegelt sich auch im Gleichnis der zehn Jungfrauen wider, das die Wiederkunft Christi beschreibt:
Matthäus 25,1-13:
Zehn Jungfrauen erwarten den Bräutigam; fünf sind klug, fünf töricht. Nur die Vorbereiteten gehen mit ihm zur Hochzeit ein, während die Törichten abgewiesen werden. Jesus schließt den Abschnitt mit den Worten: „Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“
Nach der Auferstehung, als Jesus alle Autorität im Himmel und auf Erden erhielt (vgl. Mt 28,18) – seine ursprüngliche Herrlichkeit beim Vater vor der Grundlegung der Welt (vgl. Joh 17,5) – bestätigt er in Apostelgeschichte 1,6-7:
Apostelgeschichte 1,6-7:
„6 Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her? 7 Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“
Auslegung 2:
Wer Matthäus 24,36 und Markus 13,32 genau analysiert, erkennt, dass Jesus sich selbst von Menschen und Engeln abhebt:
Verse 36a/32a: „Niemand weiß den Tag oder die Stunde“ – gemeint sind die Menschen.
Verse 36b/32b: „Auch die Engel nicht“ – Engel sind höher als Menschen gestellt.
Verse 36c/32c: „Auch nicht der Sohn“ – Jesus erwähnt sich selbst bewusst, was auf seine Gottheit hinweist.
Die Bezeichnung „Sohn“ unterstreicht seine göttliche Natur weiter. Schon die Juden sahen darin ein Gotteslästerungstatbestand:
Johannes 19,7:
„Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.“
Johannes 5,18 bestätigt dies: Die Juden wollten Jesus töten, weil er Gott seinen Vater nannte. Der Titel „Sohn Gottes“ weist eindeutig auf seine göttliche Wesensgleichheit hin (vgl. Hebräer 1,1-12).
Jesus war während seines irdischen Lebens nicht gekommen, um sich selbst zu verherrlichen, sondern um zu dienen und den Willen des Vaters zu erfüllen (vgl. Phil 2,5-11; Joh 4,34; 5,30; 6,38).
Hebräer 2,9:
„Jesus, der ein wenig niedriger als die Engel war wegen des Todesleidens, ist durch Gottes Gnade für alle den Tod gestorben.“
Philipper 2,5-11:
Jesus, obwohl in Gottes Gestalt, erniedrigte sich und nahm menschliche Gestalt an. Am Ende wurde er erhöht und mit dem Namen geehrt, vor dem sich jedes Knie beugen wird, zur Ehre Gottes.
Paulus identifiziert hier Jesus mit dem Gott des Alten Testaments (vgl. Jesaja 45,23). Jesus wusste während seines Menschseins den Zeitpunkt seiner Wiederkunft nicht, weil er Knechtsgestalt annahm und den Willen des Vaters ausführte.
Sacharja 14,1-7 beschreibt die Wiederkunft JHWHs auf dem Ölberg – im Neuen Testament ist es Jesus, wie Apostelgeschichte 1,9-12 bezeugt. Die klare Identifikation zeigt, dass Jesus und JHWH dieselbe göttliche Person sind.
Wichtig: Sacharja 14,7 sagt, dass der Tag der Wiederkunft dem Herrn bekannt ist. Jesus wusste ihn als Mensch nicht, doch in seiner göttlichen Natur kennt er ihn.
Fazit:
Matthäus 24,36 & Markus 13,32 bestätigen, richtig ausgelegt, die Gottheit Christi: Jesus verzichtete aus Liebe und Gehorsam auf sein göttliches Wissen während seines irdischen Lebens, ohne seine Allwissenheit aufzugeben.
Zusatz:
Der Heilige Geist hingegen ist allwissend und kennt daher auch den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi:
1. Korinther 2,10-13:
„Der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes… wir haben den Geist Gottes empfangen, um die von Gott geschenkten Dinge zu erkennen…“
Frage: Wurde Jesus vor oder nach dem Passafest gekreuzigt?
Antwort:
„Judas nahm den Bissen und ging hinaus. Und es war Nacht.“ (Johannes 13,30)
Die übrigen Apostel meinten, Judas sei hinausgegangen, um noch notwendige Besorgungen für das Passafest zu machen oder den Armen etwas zu geben (Johannes 13,29)
Vor dem Passamahl der Sadduzäer/offiziellen Feier. Als Jesus später vor das Richthaus geführt wurde, betraten die Juden dieses nicht, um sich nicht zu verunreinigen und dadurch am Passafest teilnehmen zu können (Johannes 18,28) Als schließlich das Urteil über Jesus gesprochen wurde, war es die sechste Stunde am Rüsttag des Passafestes (Johannes 19,14) Jesus feierte mit seinen Jüngern nach pharisäischem Kalender einen Tag früher (Markus 14,12-17)
Frage: Hat Jesus Gott gebeten, ihn vor der Kreuzigung zu bewahren?
Antwort:
Jesus hat niemals darum gebetet, vor der Kreuzigung bewahrt zu werden.
Matthäus, Markus und Lukas berichten von der Situation im Garten Getsemani, kurz vor der Gefangennahme des Herrn. Jesus wurde von tiefer Angst und Grauen erfasst, denn er wusste genau, was auf ihn zukam. Er gehörte jedoch nicht zu denen, die ein Martyrium stolz oder gar krankhaft suchen. Sein Gebet war deshalb vor allem darauf ausgerichtet, den Willen Gottes zu erfüllen. (Matthäus 26,39-44; Markus 14,36-39; Lukas 22,42)
Johannes 12 beschreibt eine völlig andere Situation. Dieses Ereignis fand zwei Tage zuvor statt. Jesus machte dort öffentlich deutlich, dass er sich des Kommenden bewusst war, und bat den Vater, dabei seine Herrlichkeit zu offenbaren.
Frage: Die Evangelien sagen, dass Jesus betete, um dem Kreuzestod zu entgehen. Wie oft entfernte er sich von seinen Aposteln, um zu beten?
Antwort:
Matthäus, Markus und Lukas schildern die Ereignisse im Garten Getsemani, kurz vor der Gefangennahme Jesu. Er wurde von tiefer Angst und Grauen ergriffen, denn er wusste genau, was bevorstand. Doch er suchte nicht stolz oder krankhaft das Martyrium. Sein Gebet zielte vor allem darauf ab, Gottes Willen zu erfüllen. Jesus entfernte sich dreimal von seinen Jüngern, um zu beten. (Matthäus 26,39-44; Markus 14,36-39; Lukas 22,42; Johannes 12,27)
Lukas legt hingegen keinen Wert darauf, die Anzahl der Gebete zu erwähnen. Er gibt auch nicht an, dass Jesus nur einmal gebetet hätte. Für ihn steht vielmehr der Inhalt des Gebets im Vordergrund.
Frage: Matthäus & Markus stimmen darin überein, dass Jesus dreimal wegging und betete. Welche Worte hatte das zweite Gebet?
Antwort:
Auch Matthäus macht deutlich, dass Jesus jedes Mal dasselbe betete (Vers 44).
Bei Matthäus und Markus heißt es wörtlich: „Er betete und sprach dasselbe Wort“ (Einzahl, nicht Mehrzahl). Beide Evangelisten überliefern jedoch mehrere Formulierungen. Damit ist nicht der exakte Wortlaut gemeint, sondern der Inhalt des Gebets. (Matthäus 26,39-44; Markus 14,36-39; Lukas 22,42; Johannes 12,27)
Frage: Hat Judas Jesus geküsst?
Antwort:
Judas hat Jesus geküsst. Johannes, der sein Evangelium als Letzter verfasste Johannes 18,3-12, ergänzt einige Details, die in den anderen Evangelien nicht berichtet werden (zum Beispiel das Hinstürzen der Soldaten), und lässt gleichzeitig manches weg (wie den Kuss), weil es bereits allgemein bekannt war erwähnt er es nicht Matthäus 26,48-50
Frage: Wie oft hat Petrus den Herrn verleugnet? Bei welchen Gelegenheiten? Wie viele Hahnenschreie gab es? Und wie ist der nur von Markus berichtete erste Hahnenschrei (14,68) mit der Voraussage von Jesus bei Matthäus (26,34), Lukas (22,34) und Johannes (13,38) in Einklang zu bringen?
Als der Hahn einmal krähte, waren die drei Leugnungen von Petrus noch nicht abgeschlossen (siehe Markus 14,72) Daher scheidet die Voraussage in a) als wörtlich missverständlich aus.
Antwort:
Beide Evangelisten beziehen sich auf den Hahnschrei als Zeitangabe, etwa gegen drei Uhr morgens.
Jesus meinte offenbar den eigentlichen Hahnschrei, der den Beginn der vierten Nachtwache markierte. Diese vierte Nachtwache wurde von den Römern als secundum gallicinum („zweiter Hahnenschrei“) bezeichnet.
Voraussage und Verlauf der Verleugnung des Petrus
Zeitlicher Rahmen:
Die Voraussage der Verleugnung fand während des Passamahls statt, nachdem Judas die Tischgesellschaft verlassen hatte, um Jesus auszuliefern (Joh 13,21-38; Mt 26,21; Mk 14,18). Johannes bestätigt, dass es sich um dasselbe Abendmahl handelt, das in den synoptischen Evangelien berichtet wird. Alle Reden Jesu in Joh 13–17 gehören zum selben Abend; danach wurde Jesus gefangen genommen.
Voraussage der Verleugnung:
Alle vier Evangelien berichten über die dreifache Verleugnung und Petrus’ Bereitschaft, für Jesus zu sterben (Mt 26,35; Mk 14,31; Lk 22,33; Joh 13,37) Johannes betont, dass die Voraussage noch im Obersaal geschah (Joh 13,36ff; 14,31), bevor die Jünger sich auf den Weg zum Garten Gethsemane machten. Ein Versuch, zwei separate Voraussagen anzunehmen, scheitert, da Matthäus, Markus und Johannes übereinstimmen, dass Judas nicht mehr anwesend war.
Die Reihenfolge der Verleugnungen
Erste Verleugnung: Im Hof beim Feuer, durch die Magd/Türhüterin angesprochen (Mt 26,69-70; Mk 14,66-68; Lk 22,56-57; Joh 18,17)
Zweite Verleugnung: Petrus begibt sich in die Torhalle oder in die Nähe des Hofes; ein Hahn kräht zum ersten Mal (Mk 14,68). Eine Magd und andere Dabeistehende beschuldigen ihn, Petrus leugnet erneut, teilweise unter Eid (Mt 26,71-72; Mk 14,69-70; Lk 22,58; Joh 18,25)
Dritte Verleugnung: Nach etwa einer Stunde, wahrscheinlich wieder am Feuer. Wortführer ist ein Verwandter des Malchus; Petrus leugnet erneut unter Verwünschungen. Danach krähte der Hahn zum entscheidenden Zeitpunkt, und Jesus blickte Petrus an (Mt 26,73-75; Mk 14,70-72; Lk 22,59-62; Joh 18,26-27). Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Hahnenschrei und Zeitangabe:
Die Evangelien stimmen überein, dass die Voraussage vor dem Hahnenschrei geschah. Markus erwähnt zwei Hahnenschreie: einen unbedeutenden Mitternachtsschrei nach der ersten Verleugnung und den entscheidenden Morgen-Hahnenschrei vor der dritten Verleugnung. Matthäus, Lukas und Johannes beziehen sich auf den bekannten, entscheidenden Hahnenschrei. Der scheinbare Widerspruch löst sich, wenn man den Hahnenschrei als antiken Zeitmarker versteht: Der zweite Hahnenschrei markierte die vierte Nachtwache (ca. 3 Uhr morgens), auf die sich Jesus bezog.
Die Evangelienberichte lassen sich harmonisieren:
Die Voraussage der dreifachen Verleugnung geschah noch im Obersaal.
Die Verleugnungen erfolgten nacheinander im Hof, in der Nähe des Feuers und der Torhalle.
Der Hahnenschrei wird korrekt als Zeitmarker verstanden; Markus berichtet detaillierter über beide Schreie.
Petrus erkannte die Erfüllung der Voraussage beim letzten Hahnenschrei und reagierte mit bitterem Weinen.
Frage: Hat Jesus sein Kreuz getragen?
Antwort:
Ja, bis zur Stadt hinaus.
Jesus trug sein Kreuz hinaus aus der Stadt (Johannes 19,17; Matthäus 27,31-32) Unterwegs zwangen die Soldaten einen Mann namens Simon aus Cyrene, das Kreuz für Jesus weiterzutragen, da Jesus offenbar zusammengebrochen war. Johannes erwähnt nicht, dass Jesus das Kreuz selbst bis zum Schädelplatz schleppte.
Frage: Wo befand sich Jesus zur sechsten Stunde am Tag der Kreuzigung?
Antwort:
Zwischen der 6. Stunde, also etwa zwischen 11 und 12 Uhr (Markus 15,25), wurde Jesus von Pilatus zur Hinrichtungsstätte geführt und dort lebendig gekreuzigt.
Es war somit ausreichend Zeit vorhanden, denn Johannes berichtet, dass Jesus ungefähr zur 6. Stunde noch vor Pilatus stand Johannes 19,14 Die ersten drei Evangelien stimmen überein, dass anschließend von 12 bis 15 Uhr eine dreistündige Finsternis über das ganze Land hereinbrach und Jesus schließlich starb.
Frage: Als Jesus sagte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, in welcher Sprache sprach er diese Worte?
Antwort:
Jesus sprach Hebräisch/Aramäisch-Mischform (Matthäus 27,46; Markus 15,34)
Matthäus überliefert nur das erste Wort „Eli“ im hebräischen Original, weshalb die Zuhörer fälschlicherweise dachten, er rufe Elija. Die anschließenden Worte „lema sabachtani“ sind aramäisch. Markus hingegen gibt den gesamten Satz aus Psalm 22,2 in aramäischer Sprache wieder. Warum er dies tat, ist nicht bekannt.
Frage: Was stand auf der Kreuzesinschrift geschrieben ?
Antwort:
Auf dem Kreuz stand: „Jesus von Nazaret, König der Juden“
Johannes berichtet, dass die Inschrift in drei Sprachen verfasst war: Hebräisch, Lateinisch und Griechisch (Johannes 19,20). Welcher Evangelist welche Sprachversion zitiert, bleibt unklar. Sicher ist jedoch, dass der wichtigste und für viele anstößigste Teil der Inschrift von allen Evangelisten (Matthäus 27,37; Markus 15,26; Lukas 23,38; Johannes 19,19-20) erwähnt wird: „König der Juden“
Frage: Verspotteten beide Verbrecher Jesus?
Antwort:
Zuerst spotteten beide, dann bereute einer der Verbrecher (Markus 15,32; Lukas 23,39-43)
Frage: Was sagte der Hauptmann, als Jesus starb?
Antwort:
Der Hauptmann sagte beides.
Matthäus berichtet zudem, dass der Hauptmann gemeinsam mit den Soldaten bekannte, dass Jesus Gottes Sohn sei (Matthäus 27,54). Betrachtet man alle drei Evangelienberichte zusammen, lässt sich der Ablauf wahrscheinlich so rekonstruieren:
Als der Hauptmann sah, wie Jesus starb, gab er Gott die Ehre und sagte: „Dieser Mann war wirklich ein Gerechter!“ Lukas 23,47
Die Soldaten, die Jesus bewachten, stimmten zu: „Ja, dieser Mann war wirklich Gottes Sohn.“ Markus 15,39 Sie waren tief erschrocken, als sie das Erdbeben erlebten und die anderen außergewöhnlichen Ereignisse wahrnahmen. Matthäus 27,54
Frage: Was waren die letzten Worte von Jesus, als er starb?
Antwort:
Die letzten Worte Jesu waren:
„Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist.“
Johannes, der Augenzeuge des Geschehens war, sagt nicht, dass „Es ist vollbracht“ die letzten Worte Jesu gewesen seien. Vielmehr beschreibt er in eigenen Worten denselben Moment, den Lukas als wörtliche Rede Jesu überliefert „Vater, in deine Hände…“ (Lukas 23,46). Vollständig heißt es in Johannes 19,30:
„Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“
Frage: Starb Jesus, bevor der Vorhang im Tempel in zwei Stücke zerriss?
Antwort:
Der Vorhang zerriss während des Schreiens von Jesus.
Alle drei Evangelien berichten übereinstimmend, dass der Vorhang im Tempel genau während der letzten Worte von Jesus, die nur Lukas beschreibt, in zwei Stücke zerriss (Matthäus 27,50-51; Markus 15,37-38; Lukas 23,45-46)
Frage: Ist Jesus an demselben Tag, an dem er gekreuzigt wurde, ins Paradies hinaufgefahren?
Antwort:
Ja, Jesu Geist war noch am selben irdischen Tag im Paradies (Lukas 23,46)
Sein Geist ging zum Paradies; sein Leib auferstand am dritten Tag (Lukas 23,43; Johannes 20,17)
Seine körperliche Auferstehung hingegen geschah – wie alle Evangelien bezeugen – am dritten Tag nach irdischer Zeitrechnung. Seit seiner Auferstehung war er jedoch nicht mehr an Zeit und Materie gebunden (Lukas 24,36ff). Dennoch ließ er sich noch vierzig irdische Tage lang von seinen Jüngern sehen (Apostelgeschichte 1,3)
Erst danach fuhr er zum Vater auf und wurde zur Rechten Gottes erhöht, auf den Ehrenplatz seiner Herrlichkeit (Philipper 2,9; Apostelgeschichte 2,33; 7,55–56)
Frage: Wurde Jesus’ Leichnam gemäß den jüdischen Bestattungsriten in Spezereien eingelegt, bevor er begraben wurde
Antwort:
Die Frauen wollten den Leib von Jesus weiter einbalsamieren.
Markus 16 erwähnt nicht, dass Jesus’ Leib nur in Leinentücher gewickelt war. Es wird lediglich berichtet, dass die Frauen am Samstagabend nach 18 Uhr zusätzliche Balsamstoffe kauften, um die Salbung zu vollenden. Die erste Salbung hatten sie bereits beobachtet (Lukas 23,55), die wegen des beginnenden Sabbats am Freitagabend sehr hastig erfolgen musste. (Matthäus 28,1-6; Markus 16,1-4; Lukas 23,55-24,2; Johannes 20,1)
Frage 83. Wann kauften die Frauen die Spezereien?
Antwort:
Nachdem die Frauen die Bestattung und die vorläufige Salbung gesehen hatten, bereiteten sie vor Beginn des Sabbats die wohlriechenden Salben und Öle vor, die sie zu Hause hatten, und kauften nach dem Sabbatende noch weitere hinzu.
Frage: Zu welcher Tageszeit besuchten die Frauen das Grab?
Antwort:
Die Frauen machten sich auf den Weg, als es noch dunkel war. Kurz vor dem Grab ging die Sonne auf.
[Mt 28,1] Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
[Mk 16,2] Sehr früh am Sonntagmorgen machten sie sich auf den Weg; die Sonne war gerade aufgegangen, als sie das Grab erreichten.
[Lk 24,1] Am ersten Tag der neuen Woche, ganz in der Frühe, nahmen die Frauen die vorbereiteten wohlriechenden Öle und gingen zur Felsengruft.
[Joh 20,1] Am ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war.
Frage: Zu welchem Zweck gingen die Frauen zum Grab?
Antwort:
Markus 16 erwähnt nicht, dass Jesus’ Leib ausschließlich in Leinentücher gewickelt war. Es wird nur berichtet, dass die Frauen am Samstagabend zusätzliche Balsamstoffe kauften, um die Salbung zu vollenden, nachdem sie die erste hastige Salbung (Lukas 23,55) gesehen hatten.
Die Evangelien ergänzen sich wie Zeugenaussagen – nicht jedes berichtet jede Einzelheit.
Frage: Ein großer Stein versperrte den Eingang des Grabes. Wo war der Stein, als die Frauen eintrafen?
Antwort:
Der Stein war weg. Matthäus berichtet nicht, dass die Frauen beobachteten, wie der Engel den Stein zur Seite rollte, sondern beschreibt nur, was am Grab geschah, während die Frauen noch unterwegs waren.
Frage: Hat jemand den Frauen gesagt, was mit Jesus’ Leichnam geschah?
Antwort:
Ja, den Frauen wurde gesagt, dass Jesus auferstanden ist.
Alle vier Evangelien zusammen zeigen: Die Frauen sahen nicht den Engel beim Wegrollen des Steins. Matthäus berichtet lediglich, was geschah, während die Frauen unterwegs waren. Sie sahen nur den weggewälzten Stein und das leere Grab (Matthäus 28,5-7; Markus 16,5-7; Lukas 24,4-7) Maria aus Magdala lief zunächst zu Petrus und Johannes, während die anderen Frauen die Grabhöhle betraten, wo ihnen Engel erschienen und berichteten, was geschehen war. Maria traf den Auferstandenen bei ihrem zweiten Besuch am Grab (Johannes 20,2)
Frage: Wann traf Maria Magdalena Jesus zum ersten Mal und wie reagierte sie?
Antwort:
Maria aus Magdala begegnete Jesus beim zweiten Besuch am Grab. (Johannes 20,11-17)
Nach dem ersten Besuch war sie zu den Jüngern geeilt Matthäus 28,9, weshalb Matthäus dies nicht extra erwähnt.
Frage: Welche Anweisungen gab Jesus seinen Aposteln?
Antwort:
Jesus ließ die Jüngerinnen zwei unterschiedliche Botschaften überbringen, die beide zutrafen (Johannes 20,17)
Zuerst sollten die Jünger ihn in Galiläa treffen (Matthäus 28,10), was eine Woche später geschah. 40 Tage nach der Auferstehung fuhr Jesus dann zum Himmel auf
Frage: Wann kehrten die Apostel nach Galiläa zurück?
Antwort:
Die Frage beruht auf einer falschen Annahme.
Versuche, aus dem Schweigen eines Evangelisten einen Widerspruch zu einem anderen zu konstruieren, berücksichtigen nicht, dass jedes Evangelium andere Schwerpunkte setzt und gezielt einzelne Ereignisse auswählt. Erst die Kombination aller Zeugen erlaubt einen chronologischen Ablauf.
Matthäus erwähnt nicht, dass die Jünger sofort nach Galiläa aufbrachen. Lukas berichtet nicht, dass Jesus noch am Sonntagabend sprach. Es gab viele Begegnungen des Auferstandenen – mit einzelnen Jüngern, Gruppen oder über 500 Personen gleichzeitig (1. Korinther 15,5-7) – an verschiedenen Orten: Jerusalem, Emmaus, Galiläa am See Gennesaret und auf dem Berg. (Matthäus 28,16-17; Lukas 24,33-49; Apostelgeschichte 1,3-4)
Frage: Als Paulus auf dem Weg nach Damaskus war, sah er ein Licht und hörte eine Stimme. Haben die Männer, die ihn begleiteten, diese Stimme ebenfalls gehört?
Antwort:
Die Begleiter hörten zwar die Stimme, verstanden jedoch nicht, was gesagt wurde.
In Apostelgeschichte 22,9 wird durch die Formulierung deutlich, dass es um den inhaltlichen Sinn des Gesagten geht („… die Stimme dessen, der mit mir redete …“). Im Griechischen wird zwischen dem bloßen Hören eines Geräusches und dem Verstehen einer Stimme, die eine Botschaft vermittelt, unterschieden. Übrigens wird an keiner Stelle erwähnt, dass Paulus genau zwei Begleiter hatte.
Frage: Als Paulus das Licht sah, fiel er zu Boden. Geschah dies auch bei den anderen?
Antwort:
Ja, zunächst fielen alle zu Boden.
Lukas berichtet dieses Ereignis dreimal, nämlich in den Kapiteln 9, 22 und 26 der Apostelgeschichte, ohne darin einen Widerspruch zu sehen. Jeder Bericht setzt dabei einen eigenen Schwerpunkt. In den Kapiteln 9 und 22 wird nicht gesagt (wie es die Frage nahelegt), dass die Begleiter stehen blieben, während Paulus zu Boden fiel. Vielmehr wird berichtet, dass sie vor Staunen erstarrt waren: Sie sahen zwar ein Licht, erkannten aber niemanden; sie hörten zwar eine Stimme, verstanden jedoch nichts.
Frage: Hat die Stimme Paulus bereits an Ort und Stelle mitgeteilt, welche Aufgaben er erhalten sollte?
Antwort:
Nein, Paulus erfuhr die Einzelheiten seines Auftrags erst später.
In Apostelgeschichte 26 fasst Paulus seinen Auftrag zusammen, den er im Zusammenhang mit seiner Bekehrung erhielt. Die konkrete Ausgestaltung erfolgte jedoch schrittweise: zunächst durch Ananias und später durch eine Vision im Tempel (Apostelgeschichte 22,17–21)
Frage: Wer ist für wen Auslösung?
Antwort:
Selbstverständlich kann der unschuldige Christus Menschen erlösen. Diese Wahrheit wird in der Bibel durchgehend vorausgesetzt. Muslime hingegen leugnen, dass ein Mensch für die Sünden eines anderen bezahlen oder an seiner Stelle ausgelöst werden könne.
Sprüche 21,18 spricht von einer Erlösung, wie sie auch in Jesaja 43,3 beschrieben wird:
„Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Retter. Ägypten gebe ich als Lösegeld für dich, Nubien und Seba an deiner Stelle.“
So hatte Gott sein Volk Israel erkauft. Für uns jedoch gab er seinen eigenen Sohn. Wir sind nicht mit vergänglichen Dingen erlöst worden, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, dem Blut eines reinen und makellosen Opferlammes (1. Petrus 1,18–19)
Frage: Ist das Gesetz des Mose nützlich?
Antwort:
Die gesamte Schrift ist nützlich; jedoch wurden bestimmte frühere Bestimmungen durch Christus außer Kraft gesetzt da er es erfüllt hat.
Die Frage verkennt die Heilsgeschichte und berücksichtigt nicht den Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund. Die Aussage in 2. Timotheus 3 bezieht sich grundsätzlich auf alles, was von Gott eingegeben ist. Die Aussage des Hebräerbriefes hingegen bezieht sich auf ein konkretes Gebot, das nur für ein bestimmtes Volk und für eine begrenzte Zeit galt: für das Volk Israel während der Zeit der Stiftshütte, des Tempels und der Tieropfer, also im Rahmen des alten Bundes unter dem Gesetz.
Durch das einmalige Opfer Jesu Christi wurde dieses System aufgehoben und durch etwas Besseres ersetzt, wie der Hebräerbrief an vielen Stellen betont. Dies wird auch von Paulus bestätigt:
„Durch diesen Jesus wird euch Vergebung der Sünden verkündigt. Vom Gesetz des Mose konntet ihr nicht freigesprochen werden; durch ihn aber wird jeder, der glaubt, von aller Schuld freigesprochen.“ (Apostelgeschichte 13,38–39)
Frage: Sündigen alle Menschen?
Antwort:
Ja, alle Menschen sündigen.
Die Vorstellung, Christen würden überhaupt nicht mehr sündigen, beruht auf einem Missverständnis, das aus einer Übersetzungsschwierigkeit entstanden ist. Gemeint ist vielmehr: Ein wahrhaftiger Christ will nicht mehr sündigen und lebt nicht bewusst in der Sünde.
Dies wird deutlich, wenn man 1. Johannes 3,4–10 im Zusammenhang liest, einschließlich der Anmerkungen:
Wer absichtlich sündigt⁷, lehnt sich gegen Gottes Ordnung auf; denn Sünde ist Auflehnung gegen Gott. Ihr wisst, dass Jesus erschienen ist, der selbst ohne Sünde war, um die Sünden der Menschen wegzunehmen. Wer mit ihm verbunden lebt, sündigt nicht bedenkenlos weiter⁸. Wer gewohnheitsmäßig sündigt, hat ihn nie gesehen und nie erkannt, wer er ist.
Meine Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer das Rechte tut, ist gerecht und kann wie Christus vor Gott bestehen. Wer in der Sünde lebt, stammt vom Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Der Sohn Gottes ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören.
Wer aus Gott geboren ist, lebt nicht mehr in der Sünde, weil das Erbgut seines Vaters in ihm wirkt. Deshalb kann er nicht immer weiter⁹ sündigen, denn er stammt von Gott. Daran erkennt man, wer Kinder Gottes und wer Kinder des Teufels sind: Wer nicht recht handelt, stammt nicht von Gott – ebenso wenig, wer seinen Bruder oder seine Schwester nicht liebt.
Frage: Wer trägt wessen Last?
Antwort:
Beides gehört zusammen, wie der Zusammenhang zeigt.
Wir sollen einander helfen, damit niemand in Sünde hineingerät (Galater 6,1–2) Zugleich soll sich niemand über den anderen erheben, denn jeder hat seine eigene Last – das heißt seine persönliche Verantwortung vor Gott – zu tragen (Galater 6,4–5)
Frage: Wie vielen Aposteln ist Jesus nach seiner Auferstehung erschienen?
Antwort:
Jesus ist nach seiner Auferstehung elf Jüngern erschienen. Nach der Nachwahl des Matthias (Apostelgeschichte 1,21–26) wurden sie später dennoch weiterhin „die Zwölf“ genannt (1. Korinther 15,5).
Frage: Was tat Judas mit dem Blutgeld, das er für den Verrat an Jesus erhielt?
Antwort:
Judas warf das Geld in den Tempel.
Matthäus beschreibt den gesamten Ablauf des Geschehens ausführlich. Die Priester kauften den Acker gewissermaßen im Namen von Judas. Petrus hingegen erwähnt in seiner Rede in Apostelgeschichte 1 lediglich die Kurzfassung mit dem Endergebnis, da seine Zuhörer die Einzelheiten bereits kannten.
Frage: Wie starb Judas?
Antwort:
Judas erhängte sich und stürzte dabei ab.
Nach örtlicher Überlieferung versuchte Judas, sich an einem Baum über dem steilen Hinnomtal zu erhängen, verlor dabei jedoch den Halt und stürzte mit großer Wucht in die Tiefe. Beim Aufprall platzte sein Körper auf.
Eine neuere Erklärung lautet folgendermaßen: Judas erhängte sich innerhalb der Stadt. Nach jüdischem Gesetz galt ganz Jerusalem als unrein, wenn sich zwischen der ersten Nacht und dem Tag des Passafestes ein Leichnam in der Stadt befand. Deshalb entfernten die Juden den Körper gemäß einem weiteren Gesetz und warfen ihn über die Stadtmauer ins Hinnomtal.
Frage: Warum wird dieses Feld „Blutacker“ genannt?
Antwort:
Beide Texte zeigen, dass das Feld mit Blutgeld gekauft wurde.
Apostelgeschichte 1,18 macht deutlich, dass der Acker mit dem Geld des Judas erworben wurde. Matthäus schildert die Ereignisse ausführlicher und beschreibt die einzelnen Schritte (Matthäus 27,3–8) Die Priester kauften den Acker gewissermaßen im Namen von Judas (Matthäus 27,7–8). Petrus erwähnt in seiner Rede in (Apostelgeschichte 1,16–19) lediglich die Kurzfassung mit dem Ergebnis, da seine Zuhörer die Einzelheiten bereits kannten. Gleichzeitig machen beide Texte deutlich, dass die Bezeichnung „Blutacker“ auch mit dem blutigen Tod des Judas zusammenhängt.
Frage: Ist außer Jesus noch jemand in den Himmel aufgefahren?
Antwort:
Jesus spricht hier nicht von seiner eigenen Himmelfahrt.
Er wollte seinen Zuhörern deutlich machen: „Ich bin der Einzige, der aus dem Himmel herabgekommen ist“ (Johannes 3,13b) – und nur ich kann deshalb von den himmlischen Dingen berichten. Niemand sonst von euch kann das. Damit leugnet Jesus keineswegs die Himmelfahrt von Elija (vgl. Matthäus 17,3), sondern er möchte etwas völlig anderes betonen.