Christen und Politik: Was die Bibel über Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung lehrt

Warum Christen sich politisch engagieren sollten!

Die Frage „Dürfen Christen sich mit Politik beschäftigen?“ wird heute oft kontrovers diskutiert. Manche behaupten, Glaube und Politik müssten strikt getrennt werden. Andere meinen, Christen sollten sich vollständig aus gesellschaftlichen Fragen zurückziehen.

Doch was sagt die Bibel wirklich?

Dieser Artikel zeigt anhand der Heiligen Schrift, der Bedeutung des Wortes Politik, sowie historischer christlicher Quellen, dass Christen zur Gerechtigkeit, Wahrheit und Verantwortung in der Gesellschaft berufen sind. Ziel ist nicht parteipolitische Werbung, sondern die biblische Botschaft zu zeigen: Jesus Christus ist König, Herr der Heerscharen, und sein Wille betrifft nicht nur das Privatleben, sondern auch das öffentliche Leben.


Was bedeutet Politik aus christlicher Sicht?

Was sagt die Bibel über Christen in politischen Ämtern?

Dürfen Christen Politik machen?

Welche Bedeutung haben Jesus Christus, Gottesfurcht, Gerechtigkeit und christliche Werte für Staat und Gesellschaft?

Darf ein Christ politisch sein?

Christen begegnen einer Frage, die heute immer wieder gestellt wird:

„Was hat mein Glaube mit Politik zu tun?“

Manche Christen meinen, Politik sei grundsätzlich weltlich und habe mit dem Glauben nichts zu tun. Andere sagen: „Jesus hat sich nicht politisch eingemischt, deshalb sollten Christen sich aus der Politik heraushalten.“

Doch ist diese Schlussfolgerung wirklich biblisch?

Die Bibel zeigt ein wesentlich differenzierteres Bild. Sie berichtet von Gläubigen, die inmitten staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen lebten und teilweise sogar verantwortungsvolle öffentliche Ämter innehatten.

Die Bibel fordert Christen außerdem ausdrücklich auf, für Könige und Menschen in hoher Stellung zu beten.

Das bedeutet nicht, dass die Ekklesia zu einer politischen Partei werden soll. Es bedeutet auch nicht, dass ein bestimmtes Parteiprogramm automatisch „christlich“ ist.

Aber es bedeutet:

Christen dürfen die Politik nicht als einen Bereich betrachten, in dem Gott nichts zu sagen hätte.

Denn Jesus Christus ist nicht nur der Herr über den privaten Bereich unseres Lebens. Er ist der Herr über unser ganzes Leben.

„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“
Matthäus 28,18

Wenn Christus wirklich HERR ist, dann betrifft seine Herrschaft unser persönliches Leben, unsere Familien, unsere Gemeinden, unsere Arbeit, unsere Gesellschaft und damit auch die Fragen von Recht, Gerechtigkeit, Regierung und Politik.

 


Was heißt Politik? Die Bedeutung von „Polis“

Das deutsche Wort Politik stammt vom griechischen πόλις (polis), was Stadt oder Stadtstaat bedeutet. Daraus entwickelte sich πολιτική (politikē) – die Kunst oder Verwaltung des Gemeinwesens.

Politik bedeutet also ursprünglich:

  • Verwaltung der Stadt

  • Ordnung des öffentlichen Lebens

  • Recht und Gerechtigkeit

  • Verantwortung für das Volk

Wenn Christen sagen: „Mit Politik will ich nichts zu tun haben“, betrifft das in der ursprünglichen Bedeutung auch Fragen wie:

  • Schutz des Lebens

  • Wahrheit und Lüge

  • Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit

  • Freiheit des Glaubens

  • Hilfe für Arme und Schwache

  • Ordnung in der Gesellschaft

Die Bibel spricht zu all diesen Themen.

 

Gott liebt Gerechtigkeit

Die Heilige Schrift offenbart einen Gott, der gerecht ist und Gerechtigkeit liebt.

Psalm 11,7

„Denn der HERR ist gerecht, er liebt Gerechtigkeit; die Aufrichtigen werden sein Angesicht schauen.“

Sprüche 14,34

„Gerechtigkeit erhöht ein Volk; die Sünde aber ist die Schande der Völker.“

Hier wird nicht nur das persönliche Leben angesprochen, sondern ausdrücklich ein Volk. Gerechtigkeit hat also auch eine gesellschaftliche Dimension.

 

Christen sind durch Jesu Blut gerecht gesprochen

Das Evangelium verkündet, dass der Mensch nicht durch eigene Werke, sondern durch Jesus Christus gerechtfertigt wird.

Römer 5,9

„Wieviel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden!“

Wer durch das Blut Christi gerecht gesprochen wurde, soll nicht gleichgültig gegenüber Ungerechtigkeit werden.

Epheser 5,11

„Und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“

Christliche Liebe bedeutet nicht, das Böse gutzuheißen. Die Bibel ruft dazu auf, Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit zu verwerfen und für Wahrheit einzustehen.

 

Wie soll das Gemeinwesen geordnet werden?

Wie sollen Recht und Ordnung funktionieren? Wie werden Schwache geschützt? Wie werden öffentliche Aufgaben geregelt? Wie wird mit Macht umgegangen? Wie werden Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit miteinander verbunden?

Und genau deshalb ist Politik auch für Christen sehr relevant.

Denn die Bibel spricht sehr viel über Gerechtigkeit, Recht, Barmherzigkeit, Verantwortung, Macht, Herrschaft, Könige, Richter, Arme, Fremde, Unterdrückung und die Verantwortung der Regierenden.

Ein besonders wichtiges Argument gegen die Behauptung, Christen müssten sich grundsätzlich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, findet sich bereits im Neuen Testament.

Jesus Christus ist König – nicht nur Privatperson

Die Bibel präsentiert Jesus nicht nur als Retter der Seele, sondern als König der Könige.

Offenbarung 19,16

„Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: KÖNIG DER KÖNIGE UND HERR DER HERREN.“

Jesaja 9,6

„… und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter …“

Jesus Christus ist auch der HERR der Heerscharen (vgl. Jesaja 6,3; Psalm 24,10).

Seine Herrschaft betrifft letztlich alle Bereiche des Lebens – Familie, Gemeinde, Arbeit und auch die Gesellschaft.

 

Gab es in der Bibel gläubige Männer in öffentlichen Ämtern?

Die Bibel kennt mehrere gottesfürchtige Menschen mit staatlicher Verantwortung.

Kornelius – ein Hauptmann mit Gottesfurcht

Apostelgeschichte 10,1–2

„In Cäsarea lebte aber ein Mann namens Kornelius, ein Hauptmann der Schar, die man die Italische nennt; der war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott.“

Kornelius war ein römischer Offizier, also Teil der staatlichen Ordnung (in der Verwaltung). Die Schrift verurteilt ihn nicht wegen seiner Stellung, sondern hebt seine Frömmigkeit, Barmherzigkeit und sein Gebet hervor.

 

Sergius Paulus – ein Statthalter hört das Evangelium

Apostelgeschichte 13,7

„… der sich bei dem Statthalter Sergius Paulus aufhielt, einem verständigen Mann. Dieser ließ Barnabas und Saulus holen und wünschte das Wort Gottes zu hören.“

Ein Statthalter, also ein hoher Politiker und Verwaltungsbeamter, wollte das Wort Gottes hören. Das Evangelium richtet sich ausdrücklich auch an Menschen in staatlicher Verantwortung.

 

Erastus – Stadtverwalter und Christ

Römer 16,23 

„Es grüßt euch Erastus, der Stadtverwalter, und Quartus, der Bruder.“

Erastus war Stadtverwalter (griechisch: oikonomos tēs poleōs), also ein kommunaler Beamter. Paulus erwähnt ihn als Teil des christlichen Umfelds. Das ist ein starkes biblisches Zeugnis dafür, dass ein Christ öffentliche Verantwortung tragen kann.

 

Auch außerhalb der Bibel finden wir ein bemerkenswertes Zeugnis aus der frühen Christenheit.

Der Kirchenvater Tertullian (ca. 160–220 n. Chr.) behandelt in seinem Werk De Idololatria („Über den Götzendienst“) in Kapitel 17 die Frage, ob Christen öffentliche Ämter beziehungsweise Ehrenstellen übernehmen können.

Besonders interessant ist, dass Tertullian die Frage nicht einfach mit einem pauschalen „Christen dürfen keine öffentlichen Ämter bekleiden“ beantwortet.

Er diskutiert vielmehr das entscheidende Problem:

Was verlangt das konkrete Amt?

Wenn ein Amt einen Christen zur Teilnahme an Götzendienst oder Opferhandlungen zwingen würde, sieht Tertullian darin ein ernstes Problem. Gleichzeitig verweist er ausdrücklich auf Joseph und Daniel als Beispiele dafür, dass Diener Gottes hohe staatliche beziehungsweise herrschaftliche Ämter bekleiden konnten, ohne sich am Götzendienst zu beteiligen.

Das ist historisch sehr bedeutsam. Denn bereits in der frühen christlichen Diskussion wurde zwischen staatlicher Verantwortung und Götzendienst unterschieden.

 

Tertullians Hinweis auf Joseph und Daniel führt uns zurück ins Alte Testament.

Joseph wurde in Ägypten zu einem der mächtigsten Männer unter dem Pharao.

Daniel diente unter verschiedenen heidnischen Herrschern und wurde ebenfalls in eine hohe staatliche Stellung erhoben.

Beide Beispiele zeigen:

Gott kann seine Diener auch innerhalb staatlicher Strukturen gebrauchen.

Daniel wurde nicht aufgefordert, Babylon zu verlassen, nur weil Babylon ein heidnisches Reich war.

Stattdessen blieb er Gott treu mitten in einem gottlosen politischen System.

Er betete.

Er arbeitete.

Er diente.

Er übte Verantwortung aus.

Und als der Staat von ihm verlangte, Gott ungehorsam zu werden, zog Daniel eine klare Grenze.

Das ist ein wichtiges biblisches Prinzip:

Ein Christ darf dem Staat dienen – aber niemals den Staat an die Stelle Gottes setzen.

 

Daniel und Joseph – Vorbilder für Christen im Staat

Tertullian verweist auf Joseph und Daniel als Vorbilder. Tatsächlich hatten beide höchste politische Ämter.

Joseph in Ägypten

  • Verwalter des Pharaos

  • Verantwortlich für Wirtschaft und Versorgung

  • Rettete viele Menschen vor dem Hungertod

Daniel in Babylon

  • Hoher Beamter unter mehreren Königen

  • Blieb Gott treu

  • Weigerte sich, Götzendienst zu praktizieren

Die Bibel zeigt: Nicht das Amt an sich verunreinigt, sondern die Untreue gegenüber Gott.

 

Das Problem war also nicht schlicht:

„Christ und öffentliches Amt = unmöglich.“

Die entscheidende Frage war vielmehr:

Kann ein Christ dieses Amt ausüben, ohne Christus untreu zu werden?

Das ist historisch bedeutsam: Schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde die Frage differenziert betrachtet zwischen staatlicher Verantwortung und Götzendienst unterschieden.

Eine der deutlichsten Stellen zum Thema Staat und Regierung ist 1. Timotheus 2,1–4.

Paulus fordert die Gemeinde auf, für alle Menschen zu beten und ausdrücklich auch

„für Könige und alle, die in hoher Stellung sind“

zu beten, damit Christen ein ruhiges und gottesfürchtiges Leben führen können.

Warum ist das wichtig?

Weil die Bibel die Gemeinde nicht dazu auffordert, die politische Welt einfach zu ignorieren.

Christen sollen für die Regierenden beten.

Und wenn Christen für die Regierenden beten sollen, dann müssen sie sich auch dafür interessieren, was in ihrem Land geschieht.

Ein Christ sollte wissen:

    • Welche Gesetze werden beschlossen?

    • Wie wird mit Schwachen umgegangen?

    • Wird die Religionsfreiheit geschützt?

    • Wird Wahrheit respektiert?

    • Wie wird mit Familie und Kindern umgegangen?

    • Wird Korruption bekämpft?

    • Werden Menschenwürde und Gerechtigkeit geschützt?

    • Werden Christen frei gelassen, ihren Glauben zu bekennen?

    • Welche moralischen Vorstellungen werden gesetzlich gefördert?

Politisches Interesse ist deshalb nicht automatisch Weltlichkeit.

Es kann Ausdruck verantwortlicher Nächstenliebe sein.

 


„Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk“

Eine der stärksten Aussagen der Bibel zu Regierung und gesellschaftlicher Verantwortung steht in Sprüche 29,2:

„Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk; wenn aber ein Gottloser herrscht, seufzt es.“

Dieser Vers zeigt, dass die moralische und geistliche Qualität von Führung Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben.

Die Bibel betrachtet Herrschaft nicht als moralisch neutral.

Ein Herrscher kann gerecht oder gottlos handeln.

Und sein Handeln kann Auswirkungen auf ein ganzes Volk haben.

Das bedeutet nicht, dass Christen glauben sollten, durch politische Macht könnten sie das Reich Gottes aufbauen.

Das Reich Gottes ist nicht identisch mit einem politischen Staat.

Aber Christen sollen Gottes Maßstäbe von Wahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe auch dort ernst nehmen, wo gesellschaftliche Entscheidungen getroffen werden und sie auch einfügen wenn möglich.

 


Wenn Christen schweigen, verschwindet das Evangelium nicht – aber christliche Stimme aus der Öffentlichkeit

Hier liegt eine große Gefahr unserer Zeit.

Viele Christen sagen:

„Ich halte mich aus Politik heraus.“

Doch Politik hält sich nicht automatisch aus dem Leben der Christen heraus.

Politische Entscheidungen betreffen:

    • Familie

    • Ehe

    • Kindererziehung

    • Bildung

    • Religionsfreiheit

    • Meinungsfreiheit

    • Menschenwürde

    • soziale Verantwortung

    • Eigentum

    • Arbeitsrecht

    • medizinische Fragen

    • Lebensschutz

    • Strafrecht

    • Migration

    • internationale Beziehungen

    • Krieg und Frieden

Wenn Christen zu all diesen Fragen niemals etwas sagen, bedeutet das nicht, dass diese Fragen verschwinden.

Es bedeutet lediglich, dass andere Menschen die Richtung bestimmen.

Deshalb ist die christliche Antwort nicht:

„Christen müssen die politische Macht übernehmen.“

Die bessere Antwort lautet:

Christen sollen treu sein und verantwortungsvoll leben.

Manche Christen werden Politiker.

Andere werden Lehrer.

Andere Juristen.

Andere Journalisten.

Andere Unternehmer.

Andere Sozialarbeiter.

Andere Polizisten.

Andere Beamte.

Andere Pastoren.

Andere Missionare.

Und viele werden ganz gewöhnliche Bürger sein.

Doch jeder Christ kann beten, wählen, argumentieren, Zeugnis geben, Wahrheit aussprechen und sich für das Gute Botschaft einsetzen.

Christus ist König – nicht die Partei

Hier muss eine entscheidende Grenze gezogen werden.

Christentum ist keine politische Partei.

Keine Partei kann den Platz von Jesus Christus einnehmen.

Keine Regierung ist das Reich Gottes.

Kein Politiker ist der Messias.

Kein Parteiprogramm ist das Evangelium.

Und kein Christ sollte seine Identität zuerst aus einer politischen Ideologie beziehen.

Unsere Identität liegt in Christus.

 

Jesus sagt:

„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“

Matthäus 28,18

Und die Offenbarung beschreibt Christus mit den Worten:

„König der Könige und Herr der Herren“.

Offenbarung 19,16

 

Das ist die eigentliche christliche Grundlage politischer Verantwortung:

Nicht „Meine Partei zuerst“, sondern „Christus zuerst“.

Ein Christ kann sich politisch irren.

Ein Christ kann eine falsche Partei unterstützen.

Ein Christ kann einen Politiker zu stark idealisieren.

Deshalb muss jede politische Meinung immer wieder unter das Wort Gottes gestellt werden.

 


„Jesus ist der HERR der Heerscharen“

Die Bibel offenbart Gott als den HERRN der Heerscharen.

In Jesaja 6,3 heißt es:

„Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit!“

Und Offenbarung 19,16 bezeichnet Christus als „König der Könige und Herr der Herren“.

 

Das bedeutet:

Politische Macht ist niemals die höchste Macht.

Staaten kommen und gehen.

Regierungen werden gewählt und abgewählt.

Könige sterben.

Parteien verändern sich.

Ideologien entstehen und verschwinden.

Aber Jesus Christus bleibt HERR.

Darum muss ein Christ weder politische Macht vergötzen noch politische Macht fürchten.

Er darf dienen.

Er darf widersprechen.

Er darf beten.

Er darf wählen.

Er darf sich engagieren.

Und er darf wissen:

Christus sitzt über allen menschlichen Mächten.


Christen müssen nicht alle Politiker werden.

Aber sie können Verantwortung übernehmen.

Für Politiker beten

1. Timotheus 2,1–2 fordert ausdrücklich zum Gebet für Könige und Menschen in hoher Stellung auf.

Beten wir deshalb für:

    • Bundespolitiker

    • Landespolitiker

    • Bürgermeister

    • Abgeordnete

    • Richter

    • Beamte

    • Polizisten

    • Soldaten

    • politische Entscheidungsträger

Nicht nur für diejenigen, die wir mögen.

Auch für diejenigen, die wir ablehnen.

Informiert sein

Ein Christ sollte nicht jede politische Behauptung ungeprüft übernehmen.

Er sollte Quellen prüfen.

Er sollte Fakten von Emotionen unterscheiden.

Er sollte nicht jede Schlagzeile glauben.

Und er sollte politische Entscheidungen anhand von Wahrheit und biblischen Grundsätzen beurteilen.

Wählen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Wo demokratische Beteiligung möglich ist, dürfen Christen ihre Verantwortung wahrnehmen.

Dabei sollte nicht die Frage lauten:

„Welche Partei ist perfekt?“

Keine Partei ist perfekt.

Die bessere Frage lautet:

„Welche politischen Entscheidungen stimmen in den für mich entscheidenden Fragen am ehesten mit Wahrheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde und biblischen Grundsätzen überein?“

Selbst politisch Verantwortung übernehmen

Wenn ein Christ die Fähigkeit und Berufung dazu hat, kann er auch selbst politische Verantwortung übernehmen.

Aber mit einer entscheidenden Bedingung:

Christus muss über der Karriere stehen.

Ein Christ darf niemals seine Seele für Macht, Einfluss oder Anerkennung verkaufen.

Das Evangelium nicht vergessen

Die wichtigste Aufgabe der Christen ist nicht die Wahl eines bestimmten Politikers.

Die wichtigste Aufgabe bleibt:

Jesus Christus zu verkündigen.

Denn selbst die beste Regierung kann keinen Menschen von seinen Sünden erlösen.

Nur Jesus rettet.

 


Passive Christenheit ist keine Lösung

Eine der größten Gefahren unserer Zeit ist ein Christentum, das nur noch sonntags existiert.

Sonntag Gottesdienst.

Montag bis Samstag Schweigen.

Sonntag Bibel.

Montag bis Samstag Anpassung.

Sonntag „Jesus ist Herr“.

Montag bis Samstag: „Der Glaube hat mit meinem öffentlichen Leben nichts zu tun.“

Das ist keine biblische Ganzheit.

Jesus Christus will nicht nur eine Stunde unseres Sonntags.

Er will unser ganzes Leben.

Unsere Gedanken.

Unsere Worte.

Unsere Familien.

Unsere Arbeit.

Unsere Finanzen.

Unsere Entscheidungen.

Unser Verhalten.

Unsere Beziehungen.

Und auch unsere Verantwortung als Bürger.

Die Antwort auf zunehmende Gottlosigkeit darf allerdings nicht Hass sein.

Nicht Verachtung.

Nicht Gewalt.

Nicht politische Vergötzung.

Sondern:

Gebet. Wahrheit. Buße. Evangelisation. Nächstenliebe. Mut. Heiligung und verantwortungsvolles Handeln.

 


Christliche Werte und die Geschichte des Westens

Wenn wir über Europa und die westliche Welt sprechen, müssen wir historisch differenziert bleiben.

Es wäre falsch zu behaupten, dass jede moderne Freiheit ausschließlich aus dem Christentum entstanden sei. Die Geschichte Europas ist komplex. Auch die griechische Philosophie, das römische Recht, die Reformation und viele weitere Entwicklungen haben unsere heutigen Rechtsordnungen beeinflusst.

Aber ebenso falsch wäre es, den tiefgreifenden Einfluss des Christentums auf die westliche Rechts-und Moralkultur zu leugnen.

Die Forschung beschäftigt sich ausführlich mit dem Verhältnis von Christentum, Menschenwürde, Menschenrechten, Religionsfreiheit und westlicher Rechtsgeschichte. John Witte Jr. und andere Rechts- und Religionshistoriker untersuchen beispielsweise, wie biblische Texte und christliche Traditionen über Jahrhunderte mit römischem Recht, kanonischem Recht, Reformation, Aufklärung und modernen Verfassungsordnungen zusammenwirkten.

Auch die Entwicklung der Religionsfreiheit im Westen lässt sich nicht sinnvoll ohne die lange Geschichte des Christentums und seiner Auseinandersetzungen um Gewissen, Kirche, Staat und Recht verstehen.

Deshalb kann man mit guten historischen Gründen sagen:

Das Christentum hat die westliche Vorstellung von Menschenwürde, Moral, Recht, Nächstenliebe und Religionsfreiheit tiefgreifend mitgeprägt.

Aber gerade deshalb sollten Christen nicht so tun, als hätte die westliche Geschichte ausschließlich aus christlichen Siegen bestanden.

Christen haben in der Geschichte auch schwere Fehler gemacht.

Es gab Machtmissbrauch.

Es gab religiöse Verfolgung.

Es gab politische Verstrickungen.

Es gab Christen, die ihren eigenen biblischen Maßstäben nicht gerecht wurden.

Das darf nicht verschwiegen werden.

Denn gerade das Evangelium fordert Christen dazu auf, zuerst die eigene Sünde zu erkennen.

 


Deutschland und die christliche Prägung von Freiheit

Auch das deutsche Grundgesetz garantiert heute ausdrücklich die Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung.

Artikel 4 des Grundgesetzes lautet:

„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Außerdem wird die ungestörte Religionsausübung gewährleistet. Artikel 5 schützt unter anderem die Freiheit der Meinungsäußerung und Pressefreiheit.

Christen sollten diese Freiheiten nicht als selbstverständlich betrachten.

Religionsfreiheit bedeutet auch:

Ein Christ darf öffentlich Christ sein.

Er darf seinen Glauben bekennen.

Er darf die Bibel lesen.

Er darf Jesus Christus verkündigen.

Er darf christliche Positionen vertreten.

Er darf seine Meinung äußern.

Und genau deshalb sollten Christen diese Freiheit auch für andere Menschen verteidigen.

Denn christliche Religionsfreiheit bedeutet nicht:

„Nur Christen dürfen frei sein.“

Sie bedeutet:

Das Gewissen des Menschen darf nicht vom Staat zum Glauben oder Unglauben gezwungen werden.

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

 


Gregor Gysi und das bemerkenswerte Zeugnis eines Atheisten

Ein besonders interessantes Beispiel kommt ausgerechnet aus der politischen Linken.

Der bekannte Linken-Politiker Gregor Gysi bezeichnet sich selbst als nicht an Gott glaubend. Trotzdem hat er wiederholt die gesellschaftliche Bedeutung von Kirchen und Religion hervorgehoben.

2016 wurde über seine Aussage berichtet, er wolle nicht in einer „gottlosen Gesellschaft“ leben. Er argumentierte, eine Gesellschaft ohne Kirchen und Religionsgemeinschaften hätte verheerende Folgen und verwies darauf, dass Kirchen zur Vermittlung allgemein verbindlicher moralischer Normen beitrügen.

2017 erklärte Gysi im Deutschlandfunk ebenfalls, er glaube nicht an Gott, sehe aber eine wichtige gesellschaftliche Funktion der Kirchen und sprach von Werten wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Auch 2018 wurde über seine Aussage berichtet:

„Hätten wir keine Kirchen, hätten wir auch gar keine allgemeinverbindliche Moral.“

Diese Aussagen beweisen natürlich nicht die Existenz Gottes.

Aber sie sind bemerkenswert.

Denn selbst ein bekennender Nichtgläubiger erkennt ein Problem:

Eine Gesellschaft kann moralische Regeln beschließen. Aber die entscheidende Frage lautet: Warum soll der Mensch ihnen innerlich verpflichtet sein?

Das Christentum gibt darauf eine tiefere Antwort:

Der Mensch ist nicht das höchste Maß aller Dinge.

Gott ist der Maßstab.

 


Was passiert, wenn eine Gesellschaft Gut und Böse vertauscht?

Die Bibel warnt ausdrücklich davor, moralische Begriffe zu verdrehen.

Jesaja 5,20 sagt:

„Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen …“

Das ist hochaktuell.

Denn jede Gesellschaft muss irgendwann entscheiden:

Was ist gut?

Was ist böse?

Was ist gerecht?

Was ist ungerecht?

Was ist wahr?

Was ist falsch?

Der Staat kann Gesetze erlassen.

Aber ein Gesetz macht eine Handlung nicht automatisch moralisch richtig.

Eine parlamentarische Mehrheit kann etwas beschließen.

Aber eine parlamentarische Mehrheit ist nicht Gott.

Deshalb müssen Christen auch gegenüber politischen Entscheidungen kritisch bleiben – unabhängig davon, welche Partei sie trifft.


 

Christliche Politik beginnt nicht mit Macht, sondern mit Buße

Hier liegt vielleicht die wichtigste Botschaft dieses gesamten Themas.

Christen dürfen nicht einfach sagen:

„Wenn nur die richtigen Politiker an der Macht wären, wäre alles gut.“

Nein !!!

Denn das Grundproblem des Menschen ist nicht nur ein politisches Problem.

Es ist ein Sündenproblem !!!

Die Bibel fordert nicht nur Politiker zur Umkehr auf.

Sie fordert uns alle zur Umkehr auf.

Eine Gesellschaft kann ihre Gesetze verändern.

Aber wenn die Herzen der Menschen nicht verändert werden, bleiben Gier, Hass, Stolz, sexuelle Unmoral, Gewalt, Lüge, Korruption und Ungerechtigkeit bestehen.

Darum braucht Deutschland nicht nur bessere politische Debatten.

Deutschland braucht nicht nur das Christentum sondern Jesus Christus !!!

Europa braucht Jesus Christus.

Die Kirchen brauchen Jesus Christus.

Politiker brauchen Jesus Christus.

Und jeder einzelne Mensch braucht Jesus Christus !!!


Nicht nur Lippenbekenntnis: Gott verlangt echte Umkehr

Die Bibel warnt davor, dass ein äußerliches Bekenntnis zu Gott ohne ein entsprechendes Leben wertlos sein kann.

Jesaja 29,13

„Weil sich dieses Volk mit seinem Mund zu mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält …“

Ein Volk, das sich äußerlich christlich nennt, aber ohne Buße, Umkehr und Gehorsam lebt, kann sich nicht auf Gottes Wohlgefallen berufen.

Jesus selbst kritisiert Menschen, die Gott mit ihren Lippen ehren, während ihr Herz weit von ihm entfernt ist.

Christlicher Glaube bedeutet deshalb nicht:

„Ich bin christlich, weil ich getauft wurde.“

Es bedeutet auch nicht:

„Ich bin Christ, weil ich Weihnachten und Ostern feiere.“

Und es bedeutet nicht:

„Ich bin Christ, weil meine Partei christliche Werte im Namen trägt.“

Christlicher Glaube bedeutet:

Buße, Umkehr und Glaube an Jesus Christus.

Der Mensch muss sich mit seiner Schuld vor Gott auseinandersetzen.

Er muss erkennen, dass er einen Retter braucht.

Und dieser Retter ist Jesus Christus.

Hier muss die Kirche besonders aufpassen.

Das Ziel des Evangeliums ist nicht, eine politische Partei an die Macht zu bringen.

Das Ziel des Evangeliums ist, Menschen mit Gott zu versöhnen.

Paulus schrieb:

„… dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte …“

2. Korinther 5,19

Deshalb kann ein Christ politisch aktiv sein, ohne Politik zu seinem Götzen zu machen.

Er kann für christliche Werte eintreten, ohne seine Hoffnung auf einen Staat zu setzen.

Er kann Politiker kritisieren, ohne sie zu hassen.

Er kann für einen politischen Gegner beten.

Er kann sich für Gerechtigkeit einsetzen.

Und er kann gleichzeitig sagen:

„Meine Hoffnung ist nicht die Bundesregierung. Meine Hoffnung ist allein Jesus Christus.“

 


Die Bibel ist auch heute relevant

Was macht die Bibel in dieser Diskussion so außergewöhnlich?

Sie wurde über Jahrhunderte hinweg in völlig unterschiedlichen politischen Situationen gelesen.

Sie spricht zu Menschen unter Königen.

Zu Menschen unter Imperien.

Zu Armen.

Zu Reichen.

Zu Soldaten.

Zu Beamten.

Zu Herrschern.

Zu Gefangenen.

Zu Familien.

Zu Gemeinden.

Und immer wieder kommt dieselbe grundlegende Botschaft:

Der Mensch steht vor Gott verantwortlich.

Regierungen sind nicht absolut.

Herrscher sind nicht absolut.

Mehrheiten sind nicht absolut.

Ideologien sind nicht absolut.

Gott allein ist absolut.

Die Bibel stellt damit einen Maßstab auf, der über jeder menschlichen Regierung steht.

Das ist einer der Gründe, weshalb die christliche Botschaft auch heute nicht veraltet ist.

Deshalb steht im Grundgesetz in der Präambel:

„Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,…“

 


Was Christen Deutschland heute sagen sollten

Vielleicht brauchen wir heute weniger Christen, die nur über Politik reden.

Und mehr Christen, die für Politiker beten.

Wir brauchen weniger Christen, die politische Gegner dämonisieren.

Und mehr Christen, die ihnen das Evangelium verkündigen.

Wir brauchen weniger Christen, die sich hinter einem christlichen Etikett verstecken.

Und mehr Christen, die tatsächlich heilig leben.

Wir brauchen weniger Lippenbekenntnisse.

Und mehr Buße und Umkehr.

Denn eine Gesellschaft verändert sich nicht dauerhaft dadurch, dass man nur ihre Gesetze verändert.

Sie verändert sich, wenn Menschen verändert werden.

Und das tiefste Werk der Veränderung beginnt bei Gott.

 


Die Einladung: Komm zu Jesus Christus

Vielleicht bist du Politiker.

Vielleicht bist du Beamter.

Vielleicht bist du Unternehmer.

Vielleicht bist du Arbeiter.

Vielleicht bist du Schüler.

Vielleicht hast du überhaupt nichts mit Politik zu tun.

Doch vor Gott ist eine Frage für jeden Menschen entscheidend:

Was machst du mit Jesus Christus?

Jesus Christus ist nicht lediglich ein moralischer Lehrer.

Er ist nicht nur eine historische Figur.

Er ist der Sohn Gottes.

Er ist der Retter.

Er ist der Herr.

Und die Bibel verkündigt, dass jeder Mensch vor ihm verantwortlich ist.

Jesus Christus ruft Menschen zur Buße.

Er ruft Menschen zum Glauben.

Er ruft Menschen zur Nachfolge.

Und er verspricht Vergebung für den Menschen, der zu ihm kommt.

Darum lautet die wichtigste Botschaft dieses Artikels nicht:

„Christen, geht in die Politik!“

Die wichtigste Botschaft lautet:

„Christen, folgt Jesus Christus und lebt euren Glauben treu in jedem Bereich eures Lebens.“

Wenn Gott dich in die Politik beruft, dann diene dort Christus.

Wenn Gott dich in die Wirtschaft beruft, dann diene dort Christus.

Wenn Gott dich in eine Schule beruft, dann diene dort Christus.

Wenn Gott dich in eine Gemeinde beruft, dann diene dort Christus.

Wenn Gott dich auf die Straße ruft, um Menschen das Evangelium zu verkündigen, dann verkündige Christus.

Denn Christus ist Herr über alles.